Nicole Minetti, eine ehemalige Dentalhygienikerin und Regionalrätin in der Lombardei, wurde vom Präsidenten der Republik begnadigt. Die Nachricht wurde in der Rai-3-Sendung „Mi Manda“ bekannt gegeben.

Sie war im sogenannten „Rimborsopoli“-Fall wegen Veruntreuung, bei dem es um Kostenerstattungen an Regionalräte der Lombardei ging, zu 13 Monaten Haft verurteilt worden. Außerdem erhielt sie im „Ruby bis“-Prozess, der die sogenannten „eleganten Abendessen“ betraf, eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten wegen Anstiftung zur Prostitution.

Die Begnadigung wurde in den letzten Wochen nach Zustimmung von Justizminister Nordio und dem Chefankläger des Berufungsgerichts ausgesprochen.

Quellen des Quirinals stellten klar: „Die Gewährung des Begnadigungsbescheids – den der zuständige Generalstaatsanwalt des Berufungsgerichts in einer ausführlichen Stellungnahme erläuterte – basierte auch auf dem schweren Gesundheitszustand eines nahen Verwandten von Minetti, eines Minderjährigen, der besondere Betreuung und Behandlung in hochspezialisierten Krankenhäusern benötigt. Die Gesetzgebung zum Schutz der sensiblen Daten von Minderjährigen erlaubt keine Offenlegung von Details über den Gesundheitszustand des Minderjährigen.“

Minetti wurde 2010 im Alter von nur 25 Jahren zum Regionalrat in der Lombardei gewählt; er kandidierte an der Seite von Präsident Roberto Formigoni. Seine Kandidatur wurde, wie es damals hieß, von Präsident Berlusconi nachdrücklich unterstützt.

(Unioneonline)

© Riproduzione riservata