Am Eingang des Innenhofs, in dem Paola Cortellesis Film „There’s Still Tomorrow“ (2023) im beliebten römischen Stadtteil Testaccio gedreht wurde – ein Kinoerfolg mit über 5 Millionen Zuschauern –, wurden die Torpfeiler und Mauern des Komplexes letzte Nacht mit Hakenkreuzen, Nazi-Symbolen und einem keltischen Kreuz beschmiert. Die städtische Umweltbehörde AMA schritt umgehend ein und beseitigte die Schmierereien.

„‚There’s Still Tomorrow‘ ist ein Film über Demokratie und den Mut von Frauen. Das Klima der Einschüchterung ist immer deutlicher spürbar, die Gewalt des Vandalismus immer dreister, aber Testaccio ist ein antifaschistisches Viertel. Wir tolerieren weder die Normalisierung dieser Aktionen noch billigen wir Gewalt“, so die ANPI, die Anfang des Jahres die Ständige Antifaschistische Beobachtungsstelle eingerichtet hat. „ Wir wollen, dass sie zu einem konkreten Instrument wird, um jeden Fall neofaschistischer Gewalt in der Gegend zu dokumentieren und darauf zu reagieren“, fügte der Partisanenverband hinzu.

„Das Auftauchen keltischer Kreuze und Symbole des Dritten Reichs im Herzen eines historisch populären und antifaschistischen Viertels wie Testaccio ist eine unerträgliche Provokation. Wir erleben ein zunehmend eklatantes Klima der Straflosigkeit, angeheizt von einer rechtsgerichteten Regierung, die sich bemüht, die Verbindungen zu ihrer Vergangenheit zu kappen“, kommentierte Giovanni Barbera, Sekretär des römischen Verbandes der Kommunistischen Neugründungspartei und Mitglied der nationalen Parteiführung. Auch der lokale CGIL (Italienischer Gewerkschaftsbund) verurteilte die Aktion.

Die Demokratische Partei, die Italienische Sozialistische Partei (PD), die Italienische Gewerkschaft (AVS), der Italienische Gewerkschaftsbund (CGIL) und die Italienische Kommunistische Partei (PRC) haben für Montag, den 23. Februar, um 17:30 Uhr eine antifaschistische Kundgebung vor dem Haupteingang in der Via Bodoni 96 organisiert, „um mit unserer Anwesenheit zu bekräftigen, dass Testaccio ein stolz antifaschistisches Viertel ist und bleibt. Rom kann und darf sich nicht an den Anblick des Hakenkreuzes gewöhnen.“

„There's Still Tomorrow“ war das Regiedebüt von Paola Cortellesi, die auch am Drehbuch mitwirkte und die Hauptrolle spielte. Der preisgekrönte und beliebte Film wurde auf zahlreichen Festivals und an italienischen Schulen gezeigt. Er wurde in den Jahren der Republikgründung, als Frauen das Wahlrecht erhielten, zu einem Symbol der Frauenemanzipation. Aus diesem Grund erregte die Schmiererei an der Mauer großes Aufsehen und wurde als schwerwiegender und empörender Akt an einem mittlerweile symbolträchtigen Ort der Stadt, der von Touristen und Schaulustigen frequentiert wird, betrachtet.

(Unioneonline)

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