Die Zahl der Verdächtigen im Fall des Jungen aus Neapel, dessen Herztransplantation aufgrund mehrerer Behandlungsfehler fehlschlug, dürfte steigen. Berichten zufolge werden die Akten der in Bozen eingeleiteten Ermittlungen, die auf eine Anzeige des neapolitanischen Ärzteverbands Federconsumatori Napoli wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung im Gesundheitswesen zurückgehen, in Neapel eintreffen. Die Anzeige richtet sich derzeit gegen unbekannte Täter.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Ermittler bald auch Südtiroler Gesundheitspersonal in den Verdachtsfall aufnehmen. Im Fokus steht die Eisversorgung. Nach bisherigen Erkenntnissen, unter anderem aus der internen Untersuchung des Monaldi-Krankenhauses, wurde in Bozen der für den Transport des explantierten Herzens vorgesehene Behälter mit Trockeneis statt mit normalem Eis gefüllt. Dadurch gefror das Organ und wurde beschädigt. Derzeit wird in Neapel gegen sechs Ärzte und Sanitäter ermittelt. Die Zahl könnte sich jedoch nach Auswertung der in Neapel und Südtirol gesammelten Ermittlungsunterlagen noch erhöhen.

Die beiden Büros, die die NAS von Neapel bzw. Trient unterstützen, arbeiten seit einiger Zeit zusammen, um den Fall des kleinen Jungen vollständig aufzuklären.

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