Eine Instagram-Story mit der Bildunterschrift „Lebt wohl, alle zusammen.“ Dies ist die letzte Nachricht von Federico Vella, dem 36-jährigen Florentiner, der nach aktuellem Kenntnisstand der Ermittler heute Nachmittag die 45-jährige Lorena Isceri tötete, indem er sie von einem Viadukt der Autobahn A1 warf, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Lorena Vella, ursprünglich aus Lecce, lebte in Florenz, der Hauptstadt der Toskana. Die Geschäftsfrau arbeitete in Norditalien und wurde Opfer eines brutalen Überfalls: Der Mann hatte sie in ihrer Garage aufgehalten, entführt und in den Kofferraum seines Wagens gesperrt. Vella beging Selbstmord, indem er vom Viadukt von Lora auf der Autobahn A1 in Barberino di Mugello (Florenz) sprang, und zwar auf der Nordfahrbahn der Autostrada del Sole Panoramica an der Kreuzung mit der Direttissima.

Kurz zuvor hatte er die 45-jährige Frau in die Leere geworfen, eine Frau, mit der er eine Beziehung gehabt hatte, die offenbar beendet war, zumindest laut den Nachrichten, die er vor einigen Wochen auf Instagram veröffentlicht hatte.

Es ist noch unklar, ob das Opfer bereits tot war, als sie stürzte. Die Antwort darauf erwartet man von der Autopsie, die die Staatsanwaltschaft bereits angeordnet hat. Aufschluss über den Hergang des Unfalls auf der A1 könnten die Überwachungskameras und die Bodycams der Verkehrspolizisten geben, die das Auto anhielten, nachdem die 45-Jährige Alarm geschlagen hatte. Dieser neue Fall von Femizid scheint mit einem Hinterhalt in Florenz begonnen zu haben. Laut den bisherigen Ermittlungen – durchgeführt von der Sonderkommission Florenz unter der Leitung von Domenico Balsamo und koordiniert von Staatsanwalt Antonio Di Natale – soll der 36-Jährige die 45-Jährige in der Garage ihres Hauses in Rifredi angegriffen haben. Anschließend sperrte er sie in den Kofferraum seines Wagens und fuhr auf die Autobahn. Sein Ziel ist unklar. Er ließ jedoch seinen Rucksack mit seinem Handy im Kofferraum zurück. Das Opfer fand das Handy und nutzte es, um Hilfe zu rufen: Sie wählte Berichten zufolge die Notrufnummer 112 und rief außerdem eine Freundin an. Der Mann bemerkte dies offenbar und riss ihr, nachdem er sein Auto angehalten hatte, das Handy aus der Hand. Währenddessen ordnete die Einsatzzentrale der Polizei Florenz nach dem Notruf eine Suche nach dem Auto auf der Autobahn an. Eine Streife der Autobahnpolizei Pian del Voglio traf am Einsatzort ein. Die Beamten versuchten, sich dem Mann zu nähern, der auf der Brücke schwankte. Vella soll unverständliche Worte gerufen und dann vom Viadukt gesprungen sein. Die Bodycam der Polizisten zeichnete die Szene auf, während die Überwachungskameras der Autobahn die Aktionen des Mannes zuvor aufgezeichnet hatten. Die Leiche des 36-Jährigen wurde zuerst unter der Autobahnbrücke gefunden, kurz darauf die der Frau in der Nähe.

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