Die Anwälte von Andrea Sempio: „Seine Mutter, Daniela Ferrari, hat einen Selbstmordversuch unternommen.“
Die Anwälte der Familie, die zur Weitergabe der Nachricht an die Medien befugt waren, sagten: „Sie erhält immer noch Hassnachrichten.“Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Daniela Ferrari, die Mutter von Andrea Sempio, die seit gestern nach einer Drogenüberdosis auf der Intensivstation des Krankenhauses von Vigevano liegt, hat einen Selbstmordversuch unternommen. Dies gaben die Anwälte des 38-jährigen Mannes bekannt, gegen den wegen Mordes an Chiara Poggi ermittelt wird. Sie wurden von der Familie zur Veröffentlichung der Information autorisiert.
Die Frau befindet sich laut Berichten weiterhin auf der Intensivstation. Ihr Zustand ist stabil, es ist jedoch derzeit unklar, wann sie entlassen wird. Trotz des Appells ihrer Anwälte Liborio Cataliotti und Angela Taccia zu einem besonneneren Tonfall erhielt die Frau in den vergangenen Stunden weiterhin Hassnachrichten in sozialen Medien und im Internet.
„Ein Weckruf, der uns allen sagt, dass es an der Zeit ist, einen Gang zurückzuschalten“, sagte Liborio Cataliotti und beschrieb damit eine schmerzhafte und private Angelegenheit, die in dem Medienspektakel, zu dem der Fall Garlasco geworden ist, insbesondere nach der Eröffnung der neuen Ermittlungen Anfang letzten Jahres, auch öffentlich bekannt geworden ist.
Gestern wurde bekannt: Daniela Ferrari, die Mutter des Angestellten, wurde mit einer Drogenüberdosis ins Krankenhaus in Vigevano (Pavia) eingeliefert. Dies gab die Verteidigung des neuen Angeklagten im Pavia-Verfahren bekannt, um die angespannte Lage zu verdeutlichen, der die Familie der 38-Jährigen seit fast anderthalb Jahren ausgesetzt ist. Die 66-Jährige befindet sich derzeit auf der Intensivstation, schwebt aber nicht in Lebensgefahr; ihr wurde umgehend eine Magenspülung durchgeführt.
Bereits am 28. April 2025 fühlte sich Daniela Ferrari unwohl, als sie zur Provinzzentrale der Carabinieri in Mailand vorgeladen wurde, um als Zeugin in dem mittlerweile öffentlich bekannten Quittungsvorfall auszusagen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich dabei um ein mutmaßliches falsches Alibi handelte, das sie und ihr Ehemann konstruiert hatten, um ihrem Sohn zu helfen. Laut der Bresciaer Zweigstelle im Fall Garlasco verfolgte ihr Vater, Giuseppe Sempio, angeblich dasselbe Ziel. Er soll Geld – laut Anklage bis zu fast 60.000 Euro – gezahlt haben, um die Einstellung der ersten Ermittlungen gegen seinen Sohn aus den Jahren 2016/17 zu erwirken.
Dieser Teil der von der Staatsanwaltschaft Brescia koordinierten Ermittlungen wird jedoch, wie bereits in den letzten Tagen bekannt wurde, die Identität des ehemaligen Staatsanwalts Mario Venditti ans Licht bringen, gegen den ebenfalls wegen Korruption in Justizdokumenten ermittelt wurde, dessen Verfahren aber eingestellt wurde. Die Ermittlungen konzentrieren sich unterdessen auf mehrere ehemalige Carabinieri-Beamte aus Pavia.
(Unioneonline/D)
