„Die wahre und fiktive Geschichte des Regenschirms“: Marion Arankines unterhaltsamer Essay
Eines der acht Glückssymbole des Buddhismus und ein Glücksbringer für all jene, die immer noch glauben, dass das Öffnen eines „Regenschutzes“ zu Hause Unglück bringt.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Der Regenschirm? Er ist heutzutage fast schon ein Wegwerfartikel und bei jüngeren Generationen unbeliebt, die ihn als umständliches, altmodisches Accessoire betrachten. Kurz gesagt: Der traditionelle Regenschirm ist nicht im Trend und hat noch keinen Designer oder Influencer gefunden, der ihn wieder zu einem unverzichtbaren Accessoire machen kann, wie es in vielen vergangenen Epochen der Fall war. Tatsächlich hat der Regenschirm in der öffentlichen Meinung schon immer Höhen und Tiefen erlebt. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Regenschirme bereits von den ältesten Völkern benutzt wurden. Sie waren Symbole für Schutz und Geborgenheit und wurden schon im alten Ägypten, bei den Assyrern und Persern mit dem Begriff des Königtums in Verbindung gebracht.
Der Regenschirm hat auch religiöse Bezüge: Er zählt zu den acht Glückssymbolen des Buddhismus und gilt als Glücksbringer, obwohl manche immer noch glauben, dass das Aufspannen eines Regenschirms in Innenräumen Unglück bringt. Marion Rankines unterhaltsamer Essay „Vergissmeinnicht: Eine wahre und imaginäre Geschichte des Regenschirms“ (Il Saggiatore, 2026, 256 Seiten, auch als E-Book erhältlich, Übersetzung von Ludovica Mariani) zeigt anschaulich, wie dieses Objekt – von luxuriösen bis hin zu funktionalen Varianten – eine Geschichte in sich trägt, die Jahrhunderte, Kontinente und Revolutionen umspannt.
Marion Rankines Untersuchung ist überraschend und zeigt, wie der Regenschirm im Laufe der Zeit zu einem Symbol für Macht, Freiheit, Einfallsreichtum und Rebellion wurde: von den Kaiserhöfen Asiens, wo er göttlichen Schutz repräsentierte, bis zu den Straßen des viktorianischen Londons, wo er zum Zeichen des sozialen Aufstiegs für das Bürgertum wurde, so sehr, dass der zwanzigjährige Robert Stevenson in seinem Essay „Die Philosophie der Regenschirme“ (1871) schreiben konnte, dass der Regenschirm nun „das wahre Zeichen der Respektabilität… der anerkannte Index der sozialen Stellung“ sei.
Wir stoßen dann auf japanische Traditionen, die ihn zu einem Symbol der Eleganz und einem Hort schelmischer Geister machten, und gelangen schließlich zu den alltäglichen Gesten der Moderne. Rankine erforscht die Metamorphosen dieses gewöhnlichen, aber niemals banalen Gegenstands, der Sonnenschirm und Zepter, Modeaccessoire und Verteidigungsmittel zugleich war, Inspiration für wissenschaftliche Innovationen – wie den Fallschirm des 18. Jahrhunderts – und ein Vehikel für Mysterien, Ironie und Staunen für Romanautoren wie Daniel Defoe und Charles Dickens.
Auch wenn wir ihn nicht benutzen, um wie Mary Poppins durch die Lüfte zu fliegen oder wie Gene Kelly im Regen zu tanzen und zu singen, werden wir auf diesen Seiten entdecken, dass ein Regenschirm nie nur dazu dient, uns an einem schlechten Tag vor Nässe zu schützen: Er kann zum Schlüssel werden, um geheime Türen zu öffnen, durch die wir die Welt aus einer anderen Perspektive sehen können – trockener und besser geschützt.
