Zehn Jahre nach dem Tod von Pinuccio Sciola am 13. Mai 2016 erweist Sardinien weiterhin einem seiner international bekanntesten Künstler die Ehre, der in der Lage war, Stein in eine universelle Sprache, einen Dialog zwischen den Völkern, öffentliche Kunst und Klangexperimente zu verwandeln.

Zum zehnjährigen Jubiläum hat die Pinuccio-Sciola-Stiftung ein umfassendes Programm mit kulturellen, künstlerischen und wohltätigen Initiativen ins Leben gerufen, das bis 2026 läuft. Ziel ist es, nicht nur das künstlerische Erbe des Meisters aus San Sperate zu präsentieren, sondern auch seine zeitgenössische Vision von internationaler Vernetzung, Innovation und Inklusion. Doch dieses Projekt ist ein fortlaufender Prozess, denn täglich kommen neue Vorschläge hinzu – ein Wirbelwind, wie ihn nur sein Genie und seine Intuition entfachen konnten und der unaufhörlich weiterwirkt.

Im Zentrum der Feierlichkeiten steht das Sant’Arte Festival 2026, das vom 29. bis 31. Mai im Giardino Sonoro in San Sperate stattfindet – einem symbolträchtigen Ort für Sciolas Werk. Das diesjährige Festival, das unter dem Motto „Urbane Verbindungen“ steht, vereint Kunst, Musik, Wissenschaft, Architektur und neue Technologien in einem offenen Dialog zwischen Disziplinen und Kulturen.

„Hier feiern wir jeden Tag die heilige Kunst, ohne bestimmten Anlass oder Tag“, pflegte Pinuccio Sciola zu sagen. „Der Sinn für Schönheit ist zu einem allgemeinen Bewusstsein geworden, das es zu bewahren und zu verehren gilt. Nun geht es darum, ganz Sardinien davon zu erfassen und die Kunst zu einer Art Fest zu machen, das man jederzeit feiern kann.“

Drei Tage voller Debatten, Musik und Kunst, beginnend mit der außergewöhnlichen Wiedereröffnung seines Hauses in der Via Marongiu 21 in San Sperate. Sciola verwandelte es in eine Art literarischen Salon, wo er sich mit anderen Künstlern, Universitätsprofessoren und Politikern austauschen und täglich neue Kontakte knüpfen konnte. Ein Teller Ravioli – vom Meister perfekt zubereitet – diente als Anlass für Gespräche über Kunst, Leben und die Welt. Sciola war ein Mann, der Distanzen und Unterschiede überbrücken konnte: Er teilte dieselbe Leidenschaft mit einem jungen Bauern und einem Nobelpreisträger. Auch die Verbindungen zu Japan werden deutlich werden, nach dem außerordentlichen Erfolg der Klangsteine auf der Expo Osaka 2025.

Neben den kulturellen Veranstaltungen bietet der Giardino Sonoro auch Raum für Solidarität. Am 6. Juni findet dort eine Benefizveranstaltung des Rotary Clubs zugunsten des Hospizes von Cagliari statt. Künstler, Musiker und Intellektuelle mit Bezug zur sardischen Kultur werden auftreten, um Spenden für die Anschaffung von Infusionspumpen für die Palliativversorgung zu sammeln.

Zum Programm anlässlich des zehnten Jubiläums gehören auch Fotoausstellungen, Führungen, die Sciolas künstlerischem Erbe gewidmet sind, und Aktivitäten zur Förderung des im Klanggarten und im Künstlerhausmuseum erhaltenen kulturellen Erbes, das nun im Mittelpunkt eines umfassenderen Restaurierungs- und internationalen Outreach-Projekts steht.

Eines der bedeutendsten Ereignisse des Jahres 2026 findet auf internationaler Ebene statt: die Pinuccio-Sciola-Ausstellung im Italienischen Kulturinstitut in Paris, die im September eröffnet wird. Die Ausstellung präsentiert in der französischen Hauptstadt eine Auswahl an Werken und Inhalten zu den Klangsteinen, einem Symbol für Sciolas künstlerische Forschung und seine Fähigkeit, Materie in ein sinnliches Erlebnis zu verwandeln.

Die Pariser Initiative stellt einen weiteren Schritt auf dem Internationalisierungsweg der Stiftung dar, die bereits mit europäischen Museen, Universitäten und Kulturinstitutionen zusammenarbeitet, um Sciolas künstlerische und menschliche Botschaft über die Grenzen Sardiniens hinaus zu verbreiten.

Zehn Jahre nach seinem Tod spricht Pinuccio Sciolas Werk weiterhin zur Gegenwart: ein lebendiges Kulturerbe, das noch immer Begegnungen, Beziehungen und neue Zukunftsvisionen hervorbringen kann.

Zum zehnjährigen Jubiläum wurde auch das „DEXI“-Logo entworfen, ein unverwechselbares Symbol für alle Initiativen, die Pinuccio Sciola gewidmet sind. Im Zentrum befindet sich ein stilisiertes X, das einem seiner Werke entnommen ist: nicht nur ein einfaches grafisches Element, sondern eine lebendige Spur der künstlerischen Geste und des verwendeten Materials, ein Symbol für die Begegnung von Erinnerung und Zukunft.

Neben dem X erinnert das Wort „dexi“ – zehn auf Sardisch – an eine intime und identifizierende Dimension, die mit dem bäuerlichen Ursprung und dem universellen Wert der Spuren verbunden ist, die der Mensch auf seinem eigenen Territorium hinterlässt.

Das Logo repräsentiert somit nicht nur den Abschluss eines Zyklus, sondern auch die Kontinuität eines kulturellen Erbes, das nach wie vor in der Lage ist, Beziehungen, Kreativität und neue Verbindungen zu schaffen, wie es beispielsweise bei Pinuccio Sciolas Pietre Sonore der Fall ist.

„Als ich nicht war und es keine Zeit gab, als das Chaos das Universum beherrschte, als glühende Magma das Geheimnis meiner Entstehung enthüllte, ist meine Zeit seither in einer sehr harten Kruste eingeschlossen. Ich habe unzählige geologische Zeitalter durchlebt, gewaltige Katastrophen haben mein steinernes Gedächtnis erschüttert. Ich trage mit Rührung die ersten Zeichen menschlicher Zivilisation in mir. Meine Zeit ist zeitlos.“ (Pinuccio Sciola)

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