Der 70-jährige Unternehmer Luigi Gasperin gehört Berichten zufolge zu den ausländischen Gefangenen, die in Venezuela freigelassen wurden, um Legitimität zu erlangen und ein Signal der Offenheit an die Vereinigten Staaten und den Rest der Welt zu senden.

Für die Familie von Alberto Trentini, dem italienischen Entwicklungshelfer, der über 400 Tage inhaftiert war, keimt neue Hoffnung auf . Armanda und Ezio Trentini , die die Entwicklungen nach der US-Razzia von ihrem Zuhause auf dem Lido in Venedig aus verfolgen, berichten von „Tagen der Angst und Hoffnung“.

Neben Trentini sollen 27 weitere Italiener (teilweise mit doppelter Staatsbürgerschaft) aus politischen Gründen, aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit oder wegen Meinungsäußerungen, die dem Regime missfallen, inhaftiert sein. Zu ihnen gehören Biagio Pilieri und Mario Burlò. Pilieri, ein italienisch-venezolanischer Journalist und Politiker, wurde am 28. August 2024 wegen seiner Unterstützung der Opposition verhaftet. Burlò, ein Turiner Unternehmer, sitzt seit über einem Jahr im Gefängnis. Laut seiner Familie wird er ohne erkennbaren Grund festgehalten. Burlò soll 2024 nach Venezuela gereist sein, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erkunden, kehrte aber nie zurück.

In Rom richtete sich das Augenmerk insbesondere auf Trentini, den venezianischen Entwicklungshelfer, der am 15. November 2024 im Bundesstaat Apure ohne formelle Anklage festgenommen wurde, während er für die NGO „Humanity and Inclusion“ arbeitete. Anschließend wurde er im Hochsicherheitsgefängnis El Rodeo in Rom festgehalten. Während dieser über 400 Tage Haft arbeiteten die italienischen Behörden auf allen Ebenen – Regierung, Diplomatie und Geheimdienste – verdeckt an seiner Heimkehr. Sie standen dabei unter extrem schwierigen Bedingungen und mussten mit einem Regime verhandeln, das Rom nicht als legitim anerkennt und das sogenannte Geiseldiplomatie einsetzt, um Entschädigungen zu erpressen.

In diesem Zusammenhang gab es einen regen Dialog mit der US-Regierung: Mehrere Telefongespräche zwischen Minister Antonio Tajani und seinem Kollegen Marco Rubio, in denen Washington seine volle Unterstützung zusicherte. Nach Maduros Rücktritt wurden erste Gespräche über einen möglichen Durchbruch in dieser Frage geführt. Tajani selbst schätzte ein, dass die neue Präsidentin, Delcy Rodríguez, „flexibler als in der Vergangenheit“ sein und auch „ein positives Zeichen gegenüber den von der Polizei Inhaftierten setzen“ könnte.

Und tatsächlich erreichen uns erste Anzeichen aus Caracas: Die Forderung der Opposition (unter der Führung von Corina Machado) nach einer Generalamnestie für alle politischen Gefangenen findet auch bei Teilen des Regimes Unterstützung. Laut dem jüngsten Bericht der NGO Foro Penal befinden sich 863 politische Gefangene in Venezuela, davon 86 ausländische Staatsbürger oder mit doppelter Staatsbürgerschaft.

(Unioneonline)

© Riproduzione riservata