Marius Borg Høiby, Sohn von Prinzessin Mette-Marit von Norwegen, wurde wegen zweifacher Vergewaltigung an verschiedenen Frauen und häuslicher Gewalt gegen seine Ex-Freundin Nora Haukland zu vier Jahren Haft verurteilt. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen wurde er freigesprochen, jedoch wegen Drogenkonsums verurteilt. Høiby bestreitet sowohl die Vergewaltigungs- als auch die Körperverletzungsvorwürfe gegen seine Ex-Freundin und hat über seine Anwälte bereits Berufung angekündigt. Der Gesundheitszustand seiner Mutter Mette-Marit, die an Lungenfibrose leidet, verschlechtert sich unterdessen; sie steht auf der Warteliste für eine Organtransplantation.

Trotzdem wurde Høibys Antrag auf Hausarrest an diesem Abend erneut abgelehnt. Der 29-jährige Høiby ist der erste Sohn des Thronfolgers aus einer früheren Beziehung vor seiner Heirat mit Prinz Haakon, dem Sohn von König Harald V. Obwohl der junge Mann offiziell kein Mitglied der norwegischen Königsfamilie ist, wurde der Prozess aufgrund seiner privilegierten Beziehung zum Königshaus und der Tatsache, dass einige der ihm zur Last gelegten Vorfälle angeblich auf königlichem Gelände stattfanden, von der Presse aufmerksam verfolgt. Einer der Vorfälle ereignete sich sogar in der königlichen Residenz in Skaugum und basierte auf einem Video, das auf Høibys beschlagnahmtem Handy gefunden wurde. Laut dem 128-seitigen Urteil schien das Opfer zu schlafen.

Richter Jon Sverdrup Efjestad betonte, dass das Opfer bis zur Vorführung des Videos im Zuge der Ermittlungen nichts von dem Geschehenen mitbekommen habe: „Dies wird auch durch die Reaktion des Opfers bestätigt, als ihr die Aufnahme gezeigt wurde: Sie gab an, nicht realisiert zu haben, was geschah“, so der Richter. Høiby wurde auch in einem zweiten Vergewaltigungsfall aufgrund eines Videos verurteilt: „Die Aufnahmen zeigen zunächst eine Phase, in der das Opfer aktiv am sexuellen Akt teilnimmt. In den darauffolgenden Aufnahmen wirkt sie jedoch völlig passiv. Sie bewegt sich nicht und reagiert nicht, während der Angeklagte den sexuellen Akt vollzieht und sie gleichzeitig filmt“, sagte der Richter laut dem norwegischen öffentlich-rechtlichen Sender NRK.

(Unioneonline)

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