Ein 43-jähriger Schweizer wurde heute Morgen von der Kantonspolizei im Rahmen der Ermittlungen zu der Schießerei auf einer Rave-Party in Aarau am vergangenen Wochenende festgenommen, bei der eine Italienerin getötet wurde.

Das berichtet der Corriere del Ticino. Laut Polizei war er der alleinige Täter.

Es war eine „fantastische Rave-Party mit toller Atmosphäre, wunderbaren Leuten und unglaublicher Energie“ gewesen. Dann fielen zahlreiche Schüsse, die einige Besucher zunächst für Feuerwerkskörper hielten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag verwandelte sich die Rave-Party auf der Pferderennbahn in Schachen, Aarau, Schweiz, in einen Albtraum. Die 22-jährige Maria Spinelli, eine italienische Staatsbürgerin aus Atri in den Abruzzen, erlag noch am Tatort ihren Verletzungen. Fünf weitere Personen – vier Männer und eine Frau im Alter zwischen 24 und 27 Jahren, darunter zwei Italiener – wurden verletzt, einige schwer. Die beiden Italiener konnten bereits nach Hause zurückkehren, die anderen Opfer schweben nicht in Lebensgefahr.

Trotz des großangelegten Polizeieinsatzes wird weiterhin nach dem oder den Tätern der Schießerei gesucht. Die möglichen Motive und die genauen Umstände des Vorfalls sind nach wie vor unklar. Die Ermittler verfolgen drei Hypothesen: einen Terroranschlag, eine wahllos begangene Schießerei oder eine unbekannte kriminelle Handlung, wie etwa eine Fehde innerhalb eines kriminellen Netzwerks, erklärte der aargauer Kantonspolizeichef Michael Leupold auf einer Pressekonferenz, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.

Das italienische Opfer arbeitete in der Schweiz. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach ihr „tiefstes Beileid zum Tod von Maria Spinell“ aus. „Meine Gedanken sind auch bei den anderen Verletzten, darunter zwei italienische Staatsbürger, und bei allen Beteiligten dieses tragischen Vorfalls“, fügte Meloni hinzu. „Ich vertraue darauf, dass die Schweizer Behörden den Vorfall vollständig aufklären und die Verantwortlichen ermitteln werden.“

Außenminister Antonio Tajani erhielt einen Anruf von seinem Schweizer Amtskollegen Ignazio Cassis, der ihm und der italienischen Regierung sein Beileid zum Tod des italienischen Staatsbürgers aussprach und uneingeschränkte und sofortige Unterstützung bei den Ermittlungen zur Identifizierung der Verantwortlichen zusicherte. Die italienische Sonderkommission – unter der Leitung des Geschäftsträgers der italienischen Botschaft in Bern und von Minister Tajani nach Aarau entsandt – unterstützt die Familien der in den Schusswaffenangriff verwickelten Italiener und verfolgt die Entwicklungen und Ermittlungen in enger Abstimmung mit den Schweizer Behörden, wie das Außenministerium mitteilte.

Die Schießerei ereignete sich kurz nach 2:30 Uhr morgens. Der Abend neigte sich dem Ende zu, und die meisten Anwesenden waren bereits auf dem Weg zum Ausgang, als Schüsse fielen – laut einigen Zeugen zahlreiche. Die Polizei fand Spuren von Munition zweier verschiedener Waffen.

Eine der Spuren stammt von Langwaffen wie Sturmgewehren, erklärte Einsatzleiter Matthias Schildknecht gegenüber den Medien. Die anderen Munitionsspuren scheinen von Waffen des Kalibers 9 mm zu stammen, berichtet die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Schießerei ereignete sich während der siebten jährlichen Aarau Rave, die rund 3.000 Besucher anzog. Ein Besucher berichtete dem regionalen Sender Tele M1, er habe „ein bis zwei Minuten lang“ Detonationen gehört. Zuerst hätten sie sich wie Feuerwerkskörper angehört. Dann sei die Situation eskaliert.

Mitten in der verstummten Musik und dem Drang der Menge zum Ausgang ertönte ein Ruf: „Runter, sie schießen!“ Augenblicke später brach Panik aus. Die Anwesenden suchten Schutz, wo immer sie konnten. Ein Zeuge berichtete, eine Frau am Boden liegen gesehen zu haben, getroffen von einer Kugel. Er und andere schlugen Alarm und versuchten, ihr zu helfen. Doch sie konnten nichts mehr für die junge Frau tun. Aufgrund der Nähe des Tatorts zur Grenze, etwa 20 Kilometer entfernt, beteiligten sich auch die deutschen Behörden an der großangelegten landesweiten Fahndung. Laut Polizei Aargau hatten die Verdächtigen den Tatort bereits vor seinem Eintreffen verlassen. Die fünf Verletzten, die in der Schweiz leben, konnten ebenso wie andere Teilnehmer befragt werden. Die Polizei bat um Video- und Fotomaterial. In einer auf ihrer Website veröffentlichten Erklärung gaben die Organisatoren an, sie seien „schockiert, bestürzt und traurig“ über das Geschehene.

(Unioneonline)

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