Der Besuch der Blauen Moschee in Istanbul ist der erste Termin für Papst Leo XIV. auf seiner Türkeireise . Der Papst wird um 9:00 Uhr an einem der symbolträchtigsten Orte des Islam erwartet . Er wird keine Rede halten, sondern ein kurzes stilles Gebet verrichten. Anschließend besucht er die syrisch-orthodoxe Kirche Mor Ephrem.

Am Nachmittag zunächst das Treffen mit Patriarch Bartholomäus in der orthodoxen St.-Georgs-Kathedrale mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung und schließlich die Messe in der Volkswagen Arena .

Der gestrige Höhepunkt fand in Iznik bei Nicäa statt, wo mit einer feierlichen Zeremonie an den 1700. Jahrestag des Ersten Konzils erinnert wurde . Es war eine bewegende Zeremonie mit alten Gebeten und Liedern sowie einer langsamen Prozession von Vertretern der christlichen Kirchen, wie sie vor 17 Jahrhunderten existierten. Die Veranstaltung fand vor der Kulisse der archäologischen Stätte mit Blick auf den Iznik-See statt, wo die alte Basilika, in der das Konzil tagte, freigelegt wurde.

In Nicäa bekräftigte der Papst, der in Begleitung von Bartholomäus, dem orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel und Leiter der Veranstaltung, eintraf, die Botschaft der „universellen Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit“, die jeder Religion innewohnt . Er rief außerdem zu einer entschiedenen Ablehnung des „Missbrauchs der Religion zur Rechtfertigung von Krieg und Gewalt sowie jeglicher Form von Fundamentalismus und Fanatismus“ auf und plädierte stattdessen für den Weg der „brüderlichen Begegnung“, des „Dialogs“ und der „Zusammenarbeit“.

Gestern begann der Tag mit einem Treffen mit der kleinen katholischen Gemeinde in der Kathedrale des Heiligen Geistes. „Diese Logik der Bescheidenheit ist die wahre Stärke der Kirche. Sie gründet sich nicht auf ihre Ressourcen und Strukturen, noch entspringen die Früchte ihrer Mission zahlenmäßiger Übereinstimmung, wirtschaftlicher Macht oder gesellschaftlicher Relevanz. Die Kirche hingegen lebt vom Licht des Lammes und wird, um ihn versammelt, durch die Kraft des Heiligen Geistes auf den Wegen der Welt vorangetrieben“, sagte der Papst. Anschließend besuchte Leo das Kloster der Kleinen Schwestern der Armen, Ordensfrauen, die sich seit über hundert Jahren dem Dienst an anderen Menschen widmen.

(Unioneonline/vl)

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