Die israelische Marine beschlagnahmte rund 21 Flottillenschiffe und nahm 158 Aktivisten „Hunderte von Kilometern vor der israelischen Küste“ fest und teilte ihnen mit, dass sie „verhaftet“ seien, berichteten israelische Medien.

Militärische Schnellboote fingen die Schiffe der Globalen Sumud-Flottille ab, die am 26. April in Richtung Gaza ausliefen, um in internationalen Gewässern vor Kreta Hilfsgüter zu liefern. Aktivisten behaupteten, sie seien einem „gewaltsamen Überfall in internationalen Gewässern“ ausgesetzt gewesen, bei dem israelische Streitkräfte „systematisch mehrere Schiffe der Globalen Sumud-Flottille außer Gefecht gesetzt“ hätten.

An Bord befinden sich Dutzende Italiener, weshalb Außenminister Antonio Tajani umgehend den Krisenstab aktivierte.

„Die treibende Kraft hinter der Provokation der Flottille ist die Hamas, die in Zusammenarbeit mit professionellen Provokateuren den Übergang des Friedensplans von Präsident Trump in seine zweite Phase sabotieren will“, erklärte das israelische Außenministerium und bestätigte das illegale Entern in internationalen Gewässern. „Aufgrund der Größe der Flottille mit über hundert Schiffen und tausend Mann Besatzung wurde beschlossen, sie weit vor der israelischen Küste in internationalen Gewässern abzufangen.“

"Piraterie"

„Israels heutiges Vorgehen stellt eine gefährliche und beispiellose Eskalation dar: die Entführung von Zivilisten mitten im Mittelmeer, mehr als 960 Kilometer von Gaza entfernt, vor den Augen der ganzen Welt. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, was das ist. Das ist Piraterie, die illegale Entführung von Menschen auf hoher See nahe Kreta“, erklärte die Flottille in einer Stellungnahme und betonte, dass Israel „weit jenseits seiner Grenzen völlig ungestraft agieren kann, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen“.

Noch einmal: „Die israelische Marine hat Schiffe abgefangen, Kommunikationswege, darunter Notrufkanäle, gestört und Zivilisten zwangsweise entführt. Es handelt sich hierbei nicht um umstrittene Grenzgebiete, sondern um internationale Gewässer. Noch alarmierender ist das Schweigen. Regierungen, die sich auf das Völkerrecht berufen, haben wieder einmal geschwiegen. Keine dringende Verurteilung. Keine sofortige Forderung nach Freilassung der Gefangenen. Kein Aufruf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Diese fehlende Reaktion ist keine Neutralität, sondern eine Billigung und Mittäterschaft.“

Kurz gesagt, es handele sich um einen „katastrophalen“ Präzedenzfall, so die Flotille, die fragt, wo die „entführten“ Zivilisten seien und ob europäische Regierungen zusammengearbeitet hätten.

(Unioneonline/L)

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