Hormuz zwischen den USA und der Europäischen Union: das Ende des Multilateralismus
Die EU muss sich endlich als authentische internationale Einheit präsentieren und etablieren, die über die Logik alter Nationalismen hinausgeht.Donald Trump mit Ursula Von der Leyen (Ansa-Epa)
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Die gestrigen Nachrichten vom 19. Juli 2026: Die Vereinigten Staaten haben neue Angriffe gegen den Iran gestartet, offenbar mit der Absicht, dessen Fähigkeit, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, zu minimieren. Tatsächlich scheint der Waffenstillstand eine ferne Illusion zu sein. Der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte Berichten zufolge, dass die Amerikaner während der Verhandlungen „leider aggressive Aktionen begangen und damit gegen ihre eigenen Verpflichtungen verstoßen“ hätten und der Iran daher seine Verpflichtungen aus dem Memorandum nicht erfüllt habe. Währenddessen scheinen die Zustimmungswerte von US-Präsident Donald Trump im Westen auf einem Tiefpunkt zu liegen, kurz vor den sogenannten Zwischenwahlen im November, während gleichzeitig die Ölpreise steigen. Es wäre wohl nicht übertrieben zu glauben, dass Donald Trumps politisches Debakel auf sein Versagen bei der Eindämmung des Konflikts mit dem Iran zurückzuführen sein könnte. Doch wie lange kann Westeuropa die wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Donald Trumps Unberechenbarkeit noch verkraften? Was sollten die europäischen Staats- und Regierungschefs tun, und wie könnten sie diplomatisch eingreifen?
Die neue amerikanische Regierung unter Donald Trump hat die globale Ordnung stärker erschüttert, als vorhersehbar oder gar vorstellbar war. Jemand sagte einmal: „Vom Schlimmsten auszugehen ist eine Sünde, aber du hast recht.“ Nun, wenn man vom Schlimmsten ausgehen wollte, könnte man argumentieren, dass die Vereinigten Staaten – genauer gesagt die Regierung Donald Trumps – im Hinblick auf die detaillierten Machtverhältnisse der sogenannten „Einflusssphären“ direkt mit anderen Einflusssphären verhandeln wollen, also mit konkurrierenden Großmächten, allen voran China, sowie mit anderen traditionell feindseligen Mächten, während sie gleichzeitig versuchen, Druck auf traditionell verbündete Gebiete wie die Europäische Union auszuüben. Anders ausgedrückt: Mit Donald Trump scheint die Ära des Multilateralismus beendet zu sein, und nationale Interessen rücken wieder in den Vordergrund. Ob Donald Trump tatsächlich im nationalen Interesse seines Landes handelt, sei dahingestellt. Im Interesse Westeuropas scheint er jedenfalls nicht zu handeln. Die Europäische Union und erst recht Italien können es sich nicht leisten, einen amerikanischen (oder besser gesagt, Trump’schen) Ansatz zu verfolgen, der auf Unilateralismus basiert, insbesondere in einer Zeit, in der der andauernde Konflikt mit dem Iran schwerwiegende Auswirkungen auf die Energie- und Handelsrouten durch die Straße von Hormus zu haben droht. Kurz gesagt, die Presse berichtete in den letzten Tagen, dass der Konflikt und die Spannungen in der Straße von Hormus die sardische Wirtschaft an zwei Hauptfronten belasten: erstens durch einen Rückgang der Exporte in die Golfstaaten um schätzungsweise bis zu 150 Millionen Euro und zweitens durch gestiegene Energie- und Transportkosten aufgrund der steigenden Öl- und Gaspreise. Auch der sardische Agrar- und Viehwirtschaftssektor leidet unter erheblichen Preissteigerungen durch die höheren Diesel- und Düngemittelkosten. Bislang fehlt es offenbar an einem tragfähigen Plan, um den negativen Auswirkungen von Trumps Handeln entgegenzuwirken. Auf europäischer Ebene natürlich, und sogar noch vor der nationalen Ebene.
Die Europäische Union muss sich endlich als ernstzunehmender internationaler Akteur präsentieren und behaupten, indem sie die Logik alter Nationalismen überwindet und die 27 nationalen Identitäten zu einer einzigen politischen Einheit integriert. Sie muss sich als autonome Einflusssphäre etablieren, selbst unabhängig von ihrem amerikanischen Verbündeten (sofern man sie überhaupt als solchen bezeichnen kann). Das eigentliche Problem bleibt der Alltag, die täglichen Lebenshaltungskosten, die durch die anhaltenden Konflikte weiterhin belastet werden. Und genau hier sollten Regierungen eingreifen.
Giuseppina Di Salvatore
