Die spanische Polizei hat im Rahmen der Ermittlungen des ehemaligen Premierministers José Luis Rodriguez Zapatero im Fall Plus Ultra, bei dem es um die staatlich finanzierte Rettungsaktion für die gleichnamige Fluggesellschaft im Jahr 2021 ging, Schmuck, Luxusuhren und Dokumente aus dessen Büro beschlagnahmt.

Laut Polizeibericht fanden Beamte bei der Durchsuchung des Büros des sozialistischen Parteichefs am vergangenen Dienstag 103 Luxusartikel in einem Safe: 41 Paar Ohrringe, 15 Halsketten, 11 Armbänder, 8 Uhren und etwa zwanzig Accessoires.

Die Sekretärin des ehemaligen Premierministers, Geltrudis Alcazar, war bei der Razzia anwesend. Laut spanischen Medienberichten, darunter El Mundo, erklärte sie den Ermittlern, der Safe stamme aus dem Haus der Familie und sein Inhalt sei „Teil des Erbes von Sonsoles Espinosa“, der Ehefrau des ehemaligen Premierministers, sowie „teilweise auf offiziellen und privaten Reisen erworben worden“. Dieselbe Zeitung berichtete, dass einige der Schmuckstücke mit jenen übereinstimmten, die die Ehefrau des ehemaligen Premierministers bei offiziellen Anlässen öffentlich trug.

Die Beamten beschlagnahmten außerdem Papierdokumente, einen Ordner mit der Bezeichnung „Analisis Relevante“, wie er auch bei einem der untersuchten Unternehmen verwendet wurde, sowie Tagebücher auf den Namen von Präsident Zapatero aus den Jahren 2020 bis 2025, Festplatten und USB-Sticks.

Auch in den Büros der Spanischen Sozialistischen Partei wurden Durchsuchungen durchgeführt. Der Einsatz von Beamten der Guardia Civil im Parteihauptquartier in Madrid stellte zwar „eine Informationsanfrage und keine Durchsuchung“ dar, doch die „Schwere“ der laufenden Ermittlungen dürfe nicht unterschätzt werden. „Im Falle von Unregelmäßigkeiten“ werde die Partei selbst „mit der gleichen Entschlossenheit wie immer“ gegen die Beteiligten vorgehen, erklärte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez in einer Stellungnahme gegenüber Journalisten in Rom. „Wir sind bereit, uneingeschränkt mit der Justiz zusammenzuarbeiten, die wir respektieren“, fügte Sánchez hinzu.

(Unioneonline)

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