Frankreich lehnt Verbot sozialer Medien für Minderjährige unter 15 Jahren ab und stoppt damit Macrons Maßnahme.
Der französische Verfassungsrat bezeichnete die Maßnahme als „unverhältnismäßigen Eingriff in die Meinungsfreiheit“ von Minderjährigen.(Foto des Ansa-Symbols)
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Das von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nachdrücklich befürwortete Verbot sozialer Medien für Minderjährige unter 15 Jahren ist im Verfassungsrat gescheitert. Die „Weisen Männer“ lehnten die im Gesetz enthaltene Maßnahme zum Schutz von Minderjährigen vor dem Einfluss und der Suchtgefahr sozialer Medien ab.
Die Entscheidung erfolgte, nachdem Ende Juli eine Gruppe sozialistischer Abgeordneter und Mitglieder von La France Insoumise Artikel 1 des Gesetzentwurfs, insbesondere den Artikel, der den Zugang zu Plattformen für Personen unter 15 Jahren verbietet, dem Verfassungsrat zur Prüfung vorgelegt hatte.
Nach Ansicht der Richter stellt die Bestimmung „einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Meinungsfreiheit“ von Minderjährigen dar und „verletzt deren Meinungs- und Kommunikationsfreiheit in unangemessener, unnötiger und unverhältnismäßiger Weise“.
Der Verfassungsrat erkennt jedoch „die verfassungsrechtliche Verpflichtung an, das Wohl des Kindes zu schützen“. Weniger überzeugend ist hingegen die Tragweite des Verbots, das laut den „Weisen Männern“ letztlich auch für Online-Kommunikationsdienste gelten würde, „deren Risiken für die Gesundheit und Sicherheit von Minderjährigen nicht nachgewiesen wurden“.
Die Ablehnung erfolgt inmitten laufender Diskussionen in Frankreich über die wirksamsten Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Risiken der Nutzung sozialer Medien. Die Position der Regierung muss sich nun mit den Einschränkungen des verfassungsrechtlichen Schutzes der Meinungs- und Kommunikationsfreiheit Minderjähriger auseinandersetzen.
(Unioneonline)
