Bundibugyo ist der Ebola-Stamm, gegen den es weder Impfstoff noch Behandlung gibt und der bereits 2007 und 2012 zwei Epidemien in Uganda und im Kongo verursacht hat. Er steht im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit, nachdem die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat. Für die Übertragung ist jedoch der Kontakt mit Speichel oder Blut erforderlich. Das Risiko ist in Ländern mit unsicheren Bestattungspraktiken höher.

Ein Update auf der Website des italienischen Nationalen Gesundheitsinstituts (ISS) beantwortet die häufigsten Fragen. Die Bundibugyo-Virus-Krankheit ist eine schwere und oft tödliche Form von Ebola, verursacht durch ein Orthoebolavirus. Es handelt sich um eine Zoonose, die vermutlich von Flughunden, dem natürlichen Wirt des Virus, übertragen wird. Laut ISS erfolgt die Infektion beim Menschen durch Kontakt mit dem Blut oder den Körperflüssigkeiten infizierter Wildtiere, darunter Fledermäuse und Primaten. Die Übertragung erfolgt dann von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt mit dem Blut, den Körperflüssigkeiten oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder kontaminierter Oberflächen.

„Die Übertragung wird verstärkt“, erklärt das ISS, „wenn Bestattungsriten direkten Kontakt mit den Verstorbenen beinhalten.“ Laut Weltgesundheitsorganisation gibt es derzeit 30 bestätigte Fälle, aber 500 Verdachtsfälle und 130 mögliche Todesfälle. Besonders besorgniserregend ist, dass es im Gegensatz zur Ebola-Viruskrankheit „weder einen zugelassenen Impfstoff noch spezifische Therapien gibt“, aber „eine sofortige unterstützende Behandlung lebensrettend ist“.

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 21 Tage, und Betroffene sind in der Regel erst ansteckend, wenn Symptome auftreten. Diese Symptome sind, zumindest anfangs, unspezifisch und umfassen Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Halsschmerzen, was die Diagnose und die Meldung von Fällen verzögert. Die Krankheit verläuft fortschreitend mit Magen-Darm-Beschwerden, Organfunktionsstörungen und Blutungen und hat eine Sterblichkeitsrate von 30 bis 50 %. Laut ECDC ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion für Einwohner der EU/des EWR oder Reisende in die Provinz Ituri gering. Die WHO empfiehlt Ländern, Reisende in betroffene Gebiete über Risiken, Maßnahmen zur Risikominimierung und Maßnahmen zum Umgang mit potenzieller Exposition zu informieren. Sie hält es jedoch nicht für notwendig, Passagiere, die aus Risikogebieten zurückkehren, zu untersuchen.

(Unioneonline)

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