Der gerissene Sicherheitsgurt deutet auf einen Sturz aus großer Höhe hin, während die Möglichkeit, dass Manuela Murgia angefahren und in die Schlucht von Tuvixeddu geschleift wurde, wo sie vor 31 Jahren, am 5. Februar 1995, tot aufgefunden wurde, offenbar ausgeschlossen ist. Wenige Tage vor der Vorverhandlung vor Richter Giorgio Altieri am Gericht von Cagliari sickern erste Informationen über die Untersuchung der Kleidung der 16-Jährigen durch Sachverständige und Gutachter auf biologische Spuren durch.

Beweisführender Vorfall

Als Erster wurde Oberstleutnant Marco Palanca vom RIS, dem leitenden Staatsanwalt Guido Pani, zu den Fragen des Falls aufgerufen. Er und sein Kollege Andrea Berti waren vom Untersuchungsrichter beauftragt worden, die Kleidung zu untersuchen und anschließend die gefundenen biologischen Spuren zu vergleichen. Der DNA-Vergleich ergab, dass kein einziges Profil mit dem des Ex-Freundes Enrico Astero (54) übereinstimmte, der als Einziger unter dem rein ermittlungstaktischen Verdacht der fahrlässigen Tötung ermittelt wurde. Nach Lektüre des Gutachtens bat der Staatsanwalt den Experten der Spurensicherung, die Hypothesen zum Bruch des Gürtels und der Schnalle, den die 16-Jährige am Tag des Unglücks trug, zu erläutern. Oberstleutnant Palanca schien keine Zweifel zu haben: Der heftige Sturz aus mehreren Metern Höhe, verbunden mit dem plötzlichen Anziehen der Beine zum Oberkörper, hätte eine radiale Kraft freigesetzt, die den Gürtel zum Reißen gebracht hätte. Der Oberst der RIS untersuchte daraufhin die Jeans und andere Kleidungsstücke und schloss damit aus, dass die Frau von einem Auto angefahren worden war und der Leichnam an den Fundort geschleift worden war.

Die Kleidung, so argumentierte er, wies keinerlei Spuren eines Auto- oder Motorradunfalls auf, ebenso wenig wie die Hose die Abschürfungen oder Flecken, die beim Schleifen eines Körpers entstehen. Die einzigen Schnitte (mit Ausnahme eines Schnitts an einem Knopf) befanden sich im Inneren des Dufflecoats der jungen Frau und sprachen somit gegen einen heftigen Aufprall mit einem Fahrzeug. Am Pullover befand sich außerdem ein winziges Gummifragment (möglicherweise von einem Reifen), das der Experte des RIS jedoch darauf zurückführte, dass das Gebiet um Tuvixeddu als Mülldeponie genutzt und daher kontaminiert war. Mit anderen Worten: Das Gummistück (nur wenige Millimeter groß) hätte sich leicht im Boden befunden haben können, bevor es in den Pullover gelangte. Kurz gesagt, aufgrund der Kleidung schließen die Experten aus, dass die junge Frau angefahren (keine Reifenspuren an der Kleidung) und im Canyon zurückgelassen wurde, und halten einen Sturz aus mehreren Metern Höhe für wahrscheinlicher.

Der Widerspruch

Oberstleutnant Palancaca beantwortete anschließend alle Fragen der Anwälte der Familie Murgia (Bachisio Mele, Giulia Lai und Maria Filomena Marras) und bekräftigte die Ergebnisse seiner Ermittlungen. Sein Kollege Andrea Berti bestätigte ebenfalls die biologischen Spuren, die die DNA ihres Ex-Freundes, vertreten durch Marco Fuasto Piras, an der Kleidung der 16-Jährigen ausschlossen. Ein braunes Männerhaar, das in Manuela Murgias Stiefeln gefunden wurde, könnte aus der Zeit ihres Todes stammen. Die italienische Kriminalpolizei (RIS) hielt es jedoch nicht für unwahrscheinlich, dass das etwa 10 Zentimeter lange Haar unbeabsichtigt in die Stiefel gelangt war, nachdem diese gefunden worden waren. Die vom RIS anhand der Kleidungsuntersuchung abgeleitete Sturzhypothese, die einen Zusammenstoß ausschließen würde, wurde später vom Gerichtsmediziner Roberto Demontis widerlegt. Daher die Hypothese, dass Staatsanwalt Pani sehr bald den Untersuchungsrichter um ein neues Gutachten bitten könnte, um ein für alle Mal zu klären, wie das Mädchen ums Leben kam.

© Riproduzione riservata