Es gibt ein Wort, das beim Aussprechen sofort etwas Universelles hervorruft. Ein Wort, das Kulturen, Epochen und Sprachen verbindet. Dieses Wort ist „Mutter“. Und genau um dieses Wort dreht sich die neue Ausstellung im Museo Diocesano Arborense in Oristano, die morgen um 19:00 Uhr mit rund fünfzig Werken eröffnet wird , darunter Gemälde, Skulpturen und Keramiken aus unterschiedlichsten Epochen und künstlerischen Strömungen.

Die Ausstellung trägt den Titel „Mutter“ und ist das Ergebnis gemeinschaftlicher Bemühungen, die von Fürsorge und einer gemeinsamen Vision geprägt waren. Zu den fünf Kuratoren – Alessandra Pasolini, Maria Francesca Porcella, Antonino Zedda und Antonello Carboni – gehört auch Silvia M.R. Oppo, die Direktorin des Museums, die die tiefgreifende Bedeutung dieses Projekts erläutert.

„Wir wollten einen Raum schaffen, in dem die Zeit stillsteht“, erklärt Oppo. „Die Figur der Madonna ist nicht nur Teil der Geschichte sakraler Kunst. Sie ist eine lebendige Präsenz, die die Ängste unserer Gegenwart ansprechen kann. Sie in einen Dialog mit zeitgenössischen Werken zu stellen, bedeutet, uns zu fragen, was Mutterschaft, Fürsorge und Nähe zu den Schwachen heute noch bedeuten.“

Die Ausstellung verwebt auf kunstvolle Weise Erzählung, Andacht und künstlerische Auseinandersetzung. Die Madonna erscheint mal als feierliche und distanzierte Gestalt, mal als alltägliche und nahe, die sich immer wieder erneuern kann, ohne an symbolischer Bedeutung zu verlieren. „Wir wollten keine rein ikonografische Interpretation“, erklärt der Kurator. „ In dieser Ausstellung wird Maria zum Tor, zum Übergang zwischen der konkretsten menschlichen Erfahrung und dem Streben nach etwas Transzendentem. Sie ist eine zurückhaltende und doch kraftvolle Präsenz. Sie begleitet, sie deutet an, sie drängt sich nicht auf .“

Die Qualität und Vielfalt der ausgewählten Künstlerinnen und Künstler bereichert das Projekt zusätzlich. Zu den vertretenen Künstlern zählen Edina Altara, Francesco Ciusa, Maria Lai, Pinuccio Sciola, Mario Delitala, Nicola Caredda und viele andere, die verschiedene Generationen und künstlerische Ausdrucksformen repräsentieren, neben jüngeren Stimmen wie La Fille Bertha. Dieses Zusammenspiel der Generationen spiegelt perfekt den Anspruch der Ausstellung wider: keine nostalgische Rückschau, sondern ein lebendiger Austausch zwischen den Epochen.

„Als wir mit der Arbeit an der Ausstellung begannen“, fährt Oppo fort, „wurde uns bewusst, wie diese Figur scheinbar weit voneinander entfernte Welten verbinden kann. Ein Werk aus dem 17. Jahrhundert und eine zeitgenössische Keramik können in einen überraschenden Dialog treten, wenn der Fokus tief genug gerichtet ist.“

Die Ausstellung „Mutter“ ist bis zum 28. Juni 2026 von Dienstag bis Sonntag, 10–13 Uhr und 16–19 Uhr, zu sehen. Sie bietet die Gelegenheit, inmitten von Werken, die einander betrachten und sich nach dem Betrachter ausstrecken, zu entdecken, dass die stumme Gestalt im Zentrum nicht darauf wartete, studiert zu werden. Sie wartete einfach darauf, begegnet zu werden.

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