Von Pula nach Bologna: Das „Künstlerhaus“ von Giulia Sollai
Die sardische Künstlerin und Illustratorin wird auch auf der Kinderbuchmesse 2026 vertreten sein.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Vom 13. bis 16. April verwandelt sich Bologna in die Welthauptstadt der Kinderbuchliteratur und ist Gastgeber der Kinderbuchmesse Bologna 2026. Unter den Stimmen, die die Veranstaltung prägen, ist auch die Sardiniens stark vertreten: Mit ihrer lebendigen und pulsierenden Präsenz bringt sie die Energie und Kreativität einer Insel, die in der Verlagswelt immer mehr an Bedeutung gewinnt, ins Herz der Stadt. Ihr Name ist Giulia Sollai , eine in Pula geborene Künstlerin und Illustratorin, die Bologna seit über zehn Jahren zu ihrer zweiten Heimat, oder besser gesagt, ihrem „Künstlerhäuschen“, gemacht hat.
In den Räumlichkeiten dieses vielseitigen Veranstaltungsortes findet am 16. April um 18:30 Uhr die Veranstaltung „Urheberrecht in Bildern: Richtlinien für Illustratoren, Grafikdesigner und Cartoonisten“ statt. Referentin ist Maria Paola Pinna , eine auf Urheberrecht spezialisierte Anwältin aus Sarullo. Die Veranstaltung ist Teil des offiziellen Festivals „BOOM! Crescere nei libri 2026“, dem Kinderbuch- und Illustrationsfestival, das von der Stadt Bologna und der BolognaFiere veranstaltet wird und die Stadt vor, während und nach der internationalen Messe belebt. Sie wird von IBBY Italia gefördert und vom Bibliotheks- und Kulturbereich der Stadt Bologna in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Hamelin im Rahmen des Bologna Reading Pact kuratiert.
„Ich bin barfuß in der majestätischen Landschaft Sardiniens aufgewachsen“, erklärt Sollai. „Ich habe den Mistralwind eingeatmet und mich in Workshops weiterentwickelt, wo ich mit Tonfarben, Ölfarben und Korkstaub experimentierte. Ich fühle mich wie vieles; Künstlerin zu sein ist eine Art, in der Welt zu sein.“ Eine Art, in der Welt zu sein, die sie im Laufe der Zeit weit von ihrer Insel geführt hat, ohne sie jedoch jemals wirklich zu verlassen. „Die Arbeit mit Kunst nährt mein inneres Kind, kultiviert Reinheit und Spielfreude. Ich bin tief verbunden mit allem, was mich in meine Kindheit zurückversetzt“, fügt sie hinzu. Und vielleicht ist es genau diese tiefe Verbundenheit mit der Welt der Kinder, die sie ganz natürlich zur redaktionellen Illustration und zu einem Festival wie BOOM! geführt hat, das sich das ganze Jahr über mit Energie und Leidenschaft der Kinderliteratur widmet. Das „Künstlerhaus“ ist mehr als nur ein Atelier. Seit 2014 finden in seinem Wohnzimmer Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen und Momente des kreativen Austauschs statt. Giulia beschreibt es als einen sich ständig weiterentwickelnden „Raum“, der verschiedene Leidenschaften vereint. Als versierte Freelancerin arbeitet sie mit internationalen Marken zusammen und ist auf analoge Techniken spezialisiert. Ein fast poetischer Kontrapunkt in einem zunehmend digitalen Zeitalter. Der Raum dient gleichzeitig als künstlerisches Bed & Breakfast und bietet Gastfreundschaft in einem Umfeld, in dem Kunst buchstäblich zu Hause ist.
Die Begleitveranstaltung auf der Kinderbuchmesse in Bologna passt perfekt in dieses Konzept. Rechtsanwältin Pinna wird konkrete und drängende Fragen für alle, die mit Bildern arbeiten, ansprechen: Urheberrechte, Beziehungen zu Verlagen, Markenschutz, Teilen in sozialen Medien und – ein immer wichtiger werdendes Thema – die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Illustrations- und Grafikdesignbranche. „Wir möchten Illustratoren, Grafikdesignern und Cartoonisten die rechtlichen Werkzeuge an die Hand geben, um ihre Arbeit souveräner zu gestalten“, erklärt Pinna. „Der Ausgangspunkt ist einfach, aber entscheidend: Welche Rechte besitzen Urheber von Bildern tatsächlich? Viele stellen sich diese Frage, aber nur wenige können sie mit Sicherheit beantworten.“
Kurz gesagt: Während die internationale Kunstmesse Verleger und Agenten aus aller Welt anzieht, gibt es in Bologna eine Ecke, wo ein Mädchen aus Pula, deren Hände noch verträumt von Farbe und Ton gezeichnet sind, eine kleine, kostbare sardische Flamme am Leben erhält. Ein Ort, an dem Kunst nicht Dekoration, sondern Lebensart ist.
