Vor 120 Jahren, am 28. Mai 1906, war der Volksaufstand in Villasalto der schwerwiegendste Vorfall in der Geschichte der sardischen Aufstände jenes Jahres. Der Protest von Arbeitern, Bauern und Hirten gegen ihre katastrophalen Lebensbedingungen wurde von den Sicherheitskräften blutig niedergeschlagen. Die Bilanz war tragisch: fünf Tote und zahlreiche Verletzte. Die Opfer waren Giovanni Cinus (55) und Giovanni Simbula (24), beide aus Villasalto, die am Abend des 27. Mai starben; Efisio Cera (46), ursprünglich aus Segariu; Raffaele Melis (33) und Raffaele Lussu (20), beide aus Villasalto, die am folgenden Tag starben. Im Kirchenbuch steht neben ihren Namen: „occisus a militibus“ (von Soldaten getötet). Volksaufstände gegen die hohen Lebenshaltungskosten erfassten 1906 ganz Sardinien.

Die ersten Unruhen brachen in Cagliari aus, beginnend in der Tabakfabrik, wo Zigarrenmacherinnen ihrem Unmut Ausdruck verliehen. Der Wind des Aufstands erfasste das Umland von Campidano sowie die Bergbauregionen von Sulcis-Iglesiente, Sarrabus-Gerrei, Nuoro, Logudoro und Gallura. Zwanzig Jahre später fand in Villasalto in Anwesenheit von Bürgermeister Leonardo Usai eine Gedenkfeier statt. Grundschulkinder nahmen in Begleitung ihrer Lehrer teil, um die Erinnerung an dieses schmerzliche Ereignis wachzuhalten.

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