Die Leichtigkeit ist nur scheinbar. Sinner wirkt selbst gegenüber hochkarätigen Gegnern auf der Profitennis-Tour so überlegen, dass er den Laien täuschen könnte. Er deklassierte den Amerikaner Frances Tiafoe (6:2, 6:2) beim Turnier in Miami, bei dem der Sieger 1000 Punkte erhält. Es scheint, als spiele er eine andere Sportart, aber das liegt vor allem an einem Detail. Er servierte heute Abend 14 Asse, sogenannte Service Winner, plus fünf, bei denen sein Gegner den Ball einfach verfehlte: Das war sein Handicap, sein Aufschlag; er war keine Waffe, mit der er das Feld öffnen und seine Gegner in Bedrängnis bringen konnte. Dann legte er los, nur ein bisschen, wenig Material für die sozialen Medien, dafür aber viel Schweiß. Tausende Aufschläge im Training, Krafttraining im Fitnessstudio, um die wichtigsten Muskeln zu stärken, stundenlanges Training auf dem Platz, um jedes Detail zu perfektionieren. Und die Ergebnisse sprechen für sich, denn mit seinem Aufschlag lässt er die Konkurrenz alt aussehen. Und nun das Halbfinale.

Die Arbeit – gestern 340.000 Dollar – hat sich gelohnt.

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