Schilddrüse: 345 Operationen und 10.000 Besuche pro Jahr im Policlinico-Krankenhaus.
Pietro Giorgio Calò: „Chirurgische Eingriffe werden zunehmend minimalinvasiv.“ Francesco Boi: „Eine frühzeitige Diagnose ist unerlässlich.“Schilddrüsenerkrankungen nehmen stetig zu und betreffen vorwiegend erwachsene Frauen. In den endokrinologischen Kliniken des Krankenhauses Duilio Casula, so der Direktor der Einrichtung, Professor Francesco Boi, „werden jährlich etwa 10.000 Besuche aufgrund von Schilddrüsenerkrankungen durchgeführt, und die Zahl der Diagnosen bösartiger Tumore hat 300 Fälle pro Jahr erreicht.“
Auf Sardinien werden jährlich etwa 600 Schilddrüsenentfernungen durchgeführt. Professor Pietro Giorgio Calò, Direktor der Allgemeinchirurgie und Vizerektor für Gesundheitswesen an der Universität Cagliari, berichtet: „Im Jahr 2025 wurden in der Poliklinik Duilio Casula 345 Schilddrüsenentfernungen vorgenommen. Dank des Einsatzes von Neuromonitoring-Geräten und Techniken zur Lokalisierung der Nebenschilddrüsen sind diese Eingriffe heute immer sicherer. Auch der Einsatz von Ultraschall, bipolarer Energie und Radiofrequenzgeräten ermöglicht kürzere Operationszeiten. Doch das ist noch nicht alles. Die Operationen werden zunehmend minimalinvasiv, was kosmetische Vorteile und eine schnellere postoperative Genesung mit sich bringt.“
Eine Operation ist notwendig, fügt Professor Calò hinzu, „wenn ein bösartiger oder verdächtiger Knoten vorliegt, wenn der Knoten umliegende Strukturen komprimiert und dadurch beispielsweise Atembeschwerden und Schluckbeschwerden (Kompressionsstörungen) verursacht, oder wenn die Schilddrüsenüberfunktion mit anderen Therapien nicht behandelbar ist.“
„Der Umgang mit Patienten wird heute zunehmend konservativer“, resümiert der Direktor der Allgemeinchirurgie der Poliklinik, „wodurch oft die Hälfte der Schilddrüse erhalten werden kann, was sich positiv auf die Lebensqualität auswirkt und Krankenhausaufenthalte sowie Komplikationen reduziert. In ausgewählten Fällen ist es auch möglich, Schilddrüsenknoten perkutan, also ohne chirurgischen Eingriff, mittels Radiofrequenz oder Mikrowellen zu behandeln.“
Schilddrüsenerkrankungen, so Professor Francesco Boi weiter, „sind Veränderungen der Schilddrüsenfunktion wie Hypothyreose und Hyperthyreose sowie strukturelle Veränderungen wie Kropf und gutartige und bösartige Knoten. Hypothyreose, gekennzeichnet durch eine verminderte Produktion von Schilddrüsenhormonen, kann zu Gewichtszunahme, Muskelschmerzen, Herzerkrankungen und Schwangerschaftsproblemen führen. Hyperthyreose hingegen, bedingt durch eine übermäßige Hormonproduktion, verursacht gegenteilige Symptome wie Nervosität, Angstzustände, Hyperaktivität, Gewichtsverlust und Herzrhythmusstörungen. Bei Vorliegen dieser Symptome ist es notwendig, die Werte der Schilddrüsenhormone FT4, FT3 und TSH zu bestimmen. Zur Abklärung von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse müssen zudem die Werte der Schilddrüsenantikörper AbTPO, AbTg und TRAb gemessen werden.“
Früherkennung und Prävention sind nach wie vor die wirksamsten Mittel zur Bekämpfung von Schilddrüsenerkrankungen. „In den letzten Jahren hat die Häufigkeit bösartiger Schilddrüsentumoren zugenommen“, so der Direktor der Endokrinologie an der Universität Cagliari. „Dies ist auf Umwelteinflüsse, aber auch auf diagnostische Fortschritte zurückzuführen. Die Früherkennung basiert auf Schilddrüsenultraschall und zytologischer Untersuchung. Kropf und gutartige Schilddrüsenknoten werden hingegen durch Jodmangel in der Ernährung begünstigt. Daher wird die Zufuhr von Jod aus Lebensmitteln wie Fisch, Eiern, Milchprodukten und jodiertem Speisesalz empfohlen.“
(Unioneonline)