„Es darf keine Zeit verloren werden.“ Der Regionalrat und die Provinz Sulcis Iglesiente müssen die durch den über die Ufer getretenen Rio Mannu verursachte Notlage dringend beheben. Die Bürgermeister der Gemeinden Carbonia, Giba, Masainas, Nuxis, Perdaxius, Piscinas, Portoscuso, San Giovanni Suergiu, Santadi, Sant'Anna Arresi, Tratalias und Villaperuccio richteten in einem Hilferuf ein Schreiben an das regionale Umweltministerium, den Katastrophenschutz, die Provinz und – zur Kenntnisnahme – an den Präfekten.

„Die Schleusentore am Fuß des Bau-Pressiu-Staudamms, eines künstlichen Stausees in der Region Nuxis in der südlichen Provinz Sardinien, wurden kürzlich geöffnet, um den Wasserfluss zu regulieren und die Sicherheit des Staudamms zu gewährleisten. Diese Maßnahme wird zu einem Anstieg des Wasserstands des Rio Mannu führen, was schwerwiegende Folgen für die umliegenden Gebiete haben wird“, heißt es in der Erklärung.

Die Bürgermeister des Gemeindeverbandes Sulcis bekunden ihre volle Solidarität mit ihren Amtskollegen in den vom Rio Mannu durchflossenen Gemeinden, insbesondere mit dem Bürgermeister von Villaperuccio, Marcellino Piras, der lange Zeit ungehört blieb und die dramatische Gefahr des Flusses sowie die verheerenden Schäden, die er anrichtet, nicht thematisiert hat. Das Gebiet um Villaperuccio ist besonders gefährdet: Der Rio Mannu durchfließt es auf einer Länge von 13 Kilometern und nimmt dabei sowohl Wasser aus dem Überlauf oder der freiwilligen Überflutung des Bau-Pressiu-Staudamms als auch Regenwasser aus den Bergen von Nuxis, Narcao und Santadi auf. Diese geografische Lage, so die Erklärung weiter, macht die Gemeinde extrem anfällig für Überschwemmungen und verwandelt sie praktisch in ein Auffanggebiet für die Wassermassen des weitläufigen Umlands.

Der Bürgermeister von Villaperuccio hat wiederholt die extremen und erheblichen wirtschaftlichen Schäden angeprangert, die die lokale Landwirtschaft durch die Probleme mit dem Rio Mannu erleidet. Er hob auch den drastischen Rückgang des Verkehrs durch die ständigen und unaufhaltsamen Überschwemmungen des Flusses hervor. Es handelt sich nicht mehr um bloße Unannehmlichkeiten: Der fortschreitende Zerfall der lokalen Wirtschaftsstruktur ist im Gange und hat verheerende Folgen für die gesamte Gemeinde. Die Schwere der aktuellen Situation darf nicht länger unterschätzt werden. Der völlig außer Kontrolle geratene Fluss überschwemmt die Felder und macht es Bauern und Viehzüchtern unmöglich, ihre Höfe auch mit Traktoren zu erreichen. Die Produktion ist vollständig zum Erliegen gekommen. Das wirtschaftliche Erbe der Region ist in Gefahr. Landwirtschaftliche Betriebe und Viehzuchtbetriebe sind praktisch von der Außenwelt abgeschnitten und verlassen.

Die Bürgermeister der Union schlagen Alarm: Die kritische Lage betrifft nicht nur die Gemeinden, die direkt vom Rio Mannu durchflossen werden, sondern wird sich unweigerlich und dramatisch auf die gesamte Wirtschaft von Sulcis Iglesiente ausweiten. Der Zusammenbruch der Landwirtschaft und Viehzucht stellt eine schwere Wunde für ein ohnehin schon fragiles Gebiet dar, das nicht länger warten kann. Es darf keine Zeit verloren werden. Die lokalen Verantwortlichen fordern dringend und entschieden ein strukturiertes, sofortiges und entschlossenes Eingreifen der zuständigen Behörden, insbesondere des Regionalrats und der neu gegründeten Provinz Sulcis Iglesiente, damit schnellstmöglich endgültige Lösungen zum Schutz des Gebiets und der betroffenen Gemeinden gefunden werden können.

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