Ein Spaziergang wie jeder andere mit einem angeleinten Hund in einem öffentlichen Park. Doch dann, nur Augenblicke später, der Angriff – erst auf den Welpen, dann auf seine Besitzerin. Der Übeltäter? Kein Fuchs, kein streunender Hund, sondern eine Nutria. Eine ungewöhnliche Geschichte, die Monate später immer noch schwerwiegende Folgen hat: zwei durchtrennte Sehnen und ein durchtrennter Nerv, ein langer Krankenhausaufenthalt, mehrere Zyklen Physiotherapie und eine weitere Operation, die bevorsteht. „Mit 28 Jahren habe ich eine Hand verloren, die ich nicht mehr benutzen kann.“ Das ist die Geschichte von Bianca Fusco, einer ehemaligen Miss Sardinien aus Cagliari, und ihrem Hund Liquirizia.

Die Geschichte

„Ich war mit meinem Freund im Nervi-Park spazieren, als mein Hund sich einem Busch näherte. Dann hörte ich ihn schreien.“ Ohne zu begreifen, was passiert war, bückte sich Bianca, um ihn hochzuheben. „Die Nutria sprang mich an. Sie biss sich in meine Hand und durchbohrte sie komplett.“ Die schwersten Verletzungen waren an ihrer linken Hand, aber die Bisse reichten auch bis in ihre Beine und Oberschenkel. „Mir war nicht sofort klar, wie schlimm die Verletzung war. Ich dachte nur an den Hund: Er war voller Blut, und ich hatte Angst, dass er sterben würde. Erst als ich ihn meinem Freund gab, sah ich meine Hand an und bemerkte, dass sie völlig aufgerissen war.“

Die Folgen

Der Biss durchtrennte zwei Sehnen und einen Nerv. „Ich verlor das Gefühl und einen Großteil der Beweglichkeit meines Zeigefingers, dann auch meines Daumens. Ich dachte, ein paar Stiche würden reichen, aber stattdessen begann eine sehr schmerzhafte Zeit.“ Notfalleinweisung ins Krankenhaus, Operation, Gips und Physiotherapie. Doch all das reichte nicht aus, um die volle Funktionsfähigkeit ihrer Hand wiederherzustellen. „Ich kann sie nicht richtig ballen oder öffnen. Selbst das Aufheben eines Glases oder das Schließen der Autotür ist schwierig geworden“, sagt sie, und unter ihrem Lächeln blitzt ein Hauch von Schmerz hervor. In den kommenden Monaten wird sie sich einer zweiten Operation unterziehen. „Es macht mir große Angst, aber so kann es nicht weitergehen.“ Als Model und ausgebildete Lehrerin hat der Unfall auch Auswirkungen auf ihre Arbeit. „Ich musste viele Aktivitäten auf Eis legen. Zwischen Reha, Arztbesuchen und Kontrolluntersuchungen war es schwierig, wieder in den Alltag zurückzufinden.“

«Das darf nicht wieder vorkommen»

Die junge Frau möchte jedoch einen Punkt klarstellen: „Ich habe nichts gegen Nutrias. Ich wurde in den sozialen Medien auch stark beleidigt, weil manche dachten, ich würde diese Tiere verteufeln, aber das stimmt nicht.“ Sie wünscht sich vielmehr eine Auseinandersetzung mit dem Umgang mit Wildtieren in öffentlichen Bereichen. „Das Problem sind nicht die Nutrias selbst, sondern der Umgang damit. In einem öffentlichen Park sollte man nicht riskieren müssen, mit einer schweren Handverletzung nach Hause zu kommen. Wäre es an meiner Stelle ein Kind gewesen, das in einem Gebüsch nach einem Ball greifen wollte, hätten die Folgen viel schlimmer sein können.“

Über seinen Anwalt kontaktierte er anschließend die zuständigen Behörden, um mögliche Haftungsfragen zu klären. „Ich will mit niemandem Krieg führen. Ich möchte lediglich, dass das, was mir passiert ist, nicht unterschätzt wird und dass Maßnahmen ergriffen werden, um ein erneutes Auftreten zu verhindern.“

Es war nicht einfach, ihre Geschichte zu erzählen. „Ich hatte Angst vor den Urteilen der Leute, aber wenn meine Erfahrung dazu beitragen kann, dass jemand anderes nicht das durchmachen muss, was ich durchgemacht habe, dann hat es sich gelohnt. Liquirizia lebt, ich lebe, das ist es, was zählt. Aber die Reise ist noch lange nicht zu Ende.“

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