Der Untersuchungsrichter des Gerichts von Cagliari hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft die vorsorgliche Beschlagnahme von rund 160.000 Euro im Rahmen einer Untersuchung wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs im Zusammenhang mit der Verwendung gefälschter Rechnungen im Gesamtwert von über 345.000 Euro angeordnet.

Nach Angaben von Ermittlern der Wirtschafts- und Finanzpolizei unter der Leitung von Oberst Paolo Pettine soll ein Unternehmen mit Sitz in Cagliari zwischen 2019 und 2021 Rechnungen von elf angeblichen Briefkastenfirmen verwendet haben – also Firmen, die formal nur auf dem Papier existieren, aber keine reale wirtschaftliche Tätigkeit ausüben und hauptsächlich dazu dienen, Rechnungen für Transaktionen auszustellen, die in Wirklichkeit nie stattgefunden haben. Diese Unternehmen mit Hauptsitz in der Lombardei, Latium und der Toskana sollen keine wirkliche Unternehmensstruktur besessen haben, faktisch inaktiv gewesen sein und sich laut den Ermittlungen darauf spezialisiert haben, Rechnungen für nicht existierende Transaktionen auszustellen.
Im Zentrum der Ermittlungen der Finanzpolizei steht ein Geschäftsmann aus Cagliari : Laut Anklage soll er fiktive Kosten in Höhe von über 345.000 Euro geltend gemacht haben, um die zu zahlenden Steuern zu reduzieren.
Bei Durchsuchungen der Firmenzentrale und des Hauses des Unternehmers entdeckte die Finanzpolizei über 100.000 € Bargeld, das in einem eingemauerten Tresor aufbewahrt und sorgfältig in einem Schlafzimmer versteckt war.

Die Ermittler analysierten zudem Hunderte von Steuerdokumenten, die sich durch allgemeine Beschreibungen oder fehlende Angaben zu den gekauften Waren auszeichneten. Nur ein kleiner Teil der Transaktionen wurde nachweislich per Banküberweisung bezahlt; die Mehrheit der Rechnungen wurde jedoch laut Finanzpolizei formal bar beglichen, wobei die Beträge unter den in den Geldwäschebestimmungen festgelegten Schwellenwerten lagen.

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