Vierzig Monate Bauzeit und eine Investition von 218.621.208 € (inkl. MwSt.) werden Cagliari ein neues Stadion bescheren. Ein zweites Sant'Elia, das das alte ersetzen soll: In der kollektiven Vorstellung ist es bereits romantisch nach Gigi Riva-Rombo di tuono benannt, doch im Wirtschafts- und Finanzplan (PEF), der Bibel der Kosten und Einnahmen, in der alles monetarisiert wird, werden die Gründe des Herzens kaum Platz finden. Der Bauzeitplan schreitet auf die Fußball-Europameisterschaft 2032 zu. Die UEFA fordert Garantien für den Fertigstellungstermin. Doch Monat für Monat verschiebt sich der Zeitplan. Im Laufe der Zeit wurden die Planungsunterlagen mehrfach überarbeitet. Zwischen Feinabstimmungen und inhaltlichen Korrekturen scheint die letzte Etappe endlos.

Kapital und Darlehen

Die Stadt ist mit Investitionen dieser Art nicht vertraut. Die Gelder sind nicht rückzahlbar: 50 Millionen Euro aus der einen, 10 Millionen Euro aus der anderen Finanzierungslinie. Auch die sardische Finanzinstitution SFIRS, die sich zu 100 % in öffentlichem Besitz befindet, ist beteiligt und investiert 30 Millionen Euro in ein Projekt. Genau genommen handelt es sich um eine Zweckanleihe. Praktisch gesehen ist es ein Schuldtitel, mit dem die zukünftige neue Stadiongesellschaft, Cagliari Calcio oder wer auch immer dahintersteht, den Bau einer „nachhaltigen Arena, die Innovation, Technologie und sardischen Charakter gewährleistet“, verspricht. Die zweite Finanzierungslinie in Höhe von 49.657.760 Euro ist bankfinanziert. Weitere 14.260.508 Euro werden als Mehrwertsteuerfazilität bereitgestellt, eine Art Überbrückungskredit als Vorschuss auf die Mehrwertsteuererstattung, bis der Staat den Betrag zurückzahlt. Weitere 4.202.940 Euro könnten auf demselben Weg finanziert werden. Die Gesamtsumme beträgt 158.121.208 Euro. Um die Gesamtinvestition zu erreichen, werden weitere 60,5 Millionen Euro benötigt. Dies ist die Eigenkapitalkomponente des PEF, das private Kapital, das von Tommaso Giulini, dem Eigentümer, erläutert werden wird.

Fußball und mehr

Das Stadion und die umliegenden Bereiche werden sich über 100.000 Quadratmeter erstrecken, inklusive 5.000 Parkplätzen. Hinzu kommt ein „Premium-Angebot“, wie Deloitte, das britische Beratungsunternehmen, das den PEF betreut, es nennt: das Fünf-Sterne-Hotel Sant’Elia mit 126 Zimmern, das sich an eine der vier Stadionseiten schmiegt, sowie 2.000 Quadratmeter MICE-Fläche (Meeting Area). Ebenfalls in Planung ist ein 4.200 Quadratmeter großes Wellnesscenter – laut Ankündigung des Stadions das größte Sardiniens.

Regulatorischer Kontext

Die roten und blauen Ziegelsteine werden auf öffentlichem Grund verlegt. Hektar Land, das man nicht kaufen kann. Zu keinem Preis. Deshalb ist das Projekt von Sant'Elia an die Erteilung einer Baugenehmigung geknüpft. Diese ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt und wird von der Gemeinde, dem Eigentümer, erteilt, die diese rechtliche Lösung einer Nutzungskonzession vorzog. Letztendlich entscheidet jedoch der Stadtrat. Danach kann der Abriss des alten Stadions beginnen, um Platz für das neue zu schaffen.

Die Konzession

Die Vereinbarung sieht (vorläufig) vor, dass sich die neue Gesellschaft für 50 Jahre auf städtischem Grund ansiedelt und dafür eine jährliche Gebühr zahlt. In der ersten Fassung des Wirtschafts- und Finanzplanungsdokuments (WFP), die Ende 2025 eingereicht wurde, betrug diese Gebühr 50.000 € für die gesamte Konzessionsdauer. Im aktualisierten Plan vom 7. April verdoppelte sich die Gebühr für die ersten 25 Jahre auf 100.000 € und vervierfachte sich in den darauffolgenden 15 Jahren auf 200.000 €. Am 23. November 2018 wurde die Stadionkapazität von 25.200 auf 30.076 Plätze erhöht. Andernfalls hätte die Europameisterschaft 2032 nicht stattfinden können. 26 Logen bieten Blick auf das Spielfeld. Zusätzlich gibt es private und exklusive Lounges sowie zwölf Suiten. Im Sant'Elia-Stadion werden Speisen und Getränke an zwanzig Kiosken auf einer Gesamtfläche von 2.455 Quadratmetern angeboten. Einkaufsmöglichkeiten befinden sich an anderer Stelle: Das geplante Einkaufszentrum wurde aus dem Projekt gestrichen. Es sollte eine vermietbare Fläche von eineinhalb Hektar umfassen. Zugelassen ist lediglich der Fan-Shop, der offizielle Fanshop des Vereins. Dort dürfen nur Artikel in den Vereinsfarben Rot und Blau erworben werden. Alle anderen Artikel sind verboten.

(1- Fortsetzung)

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