Sonnensegel, neuer Asphalt und Straßenbesprühung: Cagliari erklärt der Hitze den Krieg.
Der Stadtrat billigt die Richtlinien zur Bekämpfung des Klimawandels: „Kühle Gehwege“ und „Wasserautomaten“ werden in den Straßen der Stadt eingeführt.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Die Planungsphase für ein Maßnahmenprogramm zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels und den stetig steigenden Temperaturen hat offiziell begonnen. Ziel ist es, durch innovative Lösungen den Klimakomfort im öffentlichen Raum zu verbessern und das Phänomen der städtischen Wärmeinseln zu reduzieren. Der Stadtrat von Cagliari hat gestern die Planungsrichtlinien (PDF) für das Projekt „ Straßensanierung zur Bekämpfung städtischer Wärmeinseln “ genehmigt. Das Projekt wird mit 7,225 Millionen Euro im Rahmen des Entwicklungs- und Kohäsionsabkommens finanziert.
Der vom Stadtrat genehmigte Plan sieht drei miteinander verbundene Maßnahmen vor. Die erste betrifft die thermische Reduzierung der Fahrbahnoberflächen durch die Verwendung von farbigem Asphalt und hochreflektierenden Fahrbahnbelägen, sogenannten „kühlen Fahrbahnbelägen “.
Der zweite Aspekt betrifft die Schaffung urbaner Schattenzonen durch die Installation von Sonnensegeln, mit einem Pilotprojekt im Bereich der Via Garibaldi . Dies ist der interessanteste Punkt.
Der städtische Wärmeinseleffekt (Fels- und Asphaltschluchten, die die Sonneneinstrahlung tagsüber einfangen und abends wie warme Luft wieder abgeben) birgt die Gefahr, dass Bürger von den Straßen verdrängt werden. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, müssen die Gemeinschaft und die lokale Wirtschaft geschützt werden.
Die Idee besteht darin, natürliche Beschattung zu integrieren und Sprühnebelsysteme zu installieren. Die Beschattung fängt das Sonnenlicht ein und reduziert dessen Intensität, bevor es den Boden erreicht. Neben den technischen Markisen tragen Pflanzenelemente und natürliche Beschattung (naturbasierte Lösungen) nicht nur dazu bei, die Sonneneinstrahlung abzufangen, sondern fördern auch die städtische Biodiversität.
Schließlich werden mithilfe von Sprühnebel kühle Oasen geschaffen. Um extremen Hitzespitzen entgegenzuwirken, werden fortschrittliche Wassersprühsysteme mit mikroskopisch kleinen Tröpfchen installiert. Durch die Nutzung des physikalischen Prinzips der Verdunstungskühlung verdunstet das Wasser sofort, entzieht der Umgebungsluft Wärme, senkt die Umgebungstemperatur und erzeugt dynamische, kühle Inseln entlang des Fußwegs.
Der dritte Bereich widmet sich dem Aufbau einer resilienten städtischen Wasserinfrastruktur. Hier kommen sogenannte „Wasserautomaten“ zum Einsatz. Diese technologischen Infrastrukturen dienen als öffentliche Trinkwasserstellen und Klimaschutzräume und fördern so die lokale Wasserversorgung.
Null Grad an kritischen Punkten. Die Bereitstellung von gekühltem Wasser wirkt der Hitzebelastung von Fußgängern und den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen (Ältere Menschen, Kinder, Touristen) direkt entgegen.
Die Initiative ist Teil der Strategie des europäischen Grid-Projekts, an dem die Stadt Cagliari mit dem Ziel beteiligt ist, koordinierte Maßnahmen zur Klimaanpassung und zur Umgestaltung urbaner Räume zu entwickeln. Das Projekt Via Garibaldi wird eine der im Rahmen des europäischen Programms vorgesehenen Demonstrationslösungen darstellen.
Ein wahrer Paradigmenwechsel in der Stadtplanung. Das ist die Vision von Stadtrat Yuri Marcialis, zuständig für städtische Infrastruktur . Gemeinsam mit dem Stadtrat will er ein Cagliari gestalten, das den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen ist. „Ziel ist es, ein Konzept von Straßen und öffentlichen Plätzen, das ausschließlich auf Mobilität ausgerichtet ist, zu überwinden“, und stattdessen „Maßnahmen zu priorisieren, die die Anpassungsfähigkeit des urbanen Raums an immer höhere Temperaturen verbessern“. Die Stadtverwaltung erhofft sich dadurch, „das Wohlbefinden der Bevölkerung zu steigern und die Stadt lebenswerter, komfortabler und widerstandsfähiger zu machen“.
