Smogalarm in Cagliari: Sardiniens Messstationen halbiert
Bericht von Legambiente: Wind reicht nicht aus, die PM10-Werte sind hoch, und das nicht nur in der Hauptstadt.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Wind allein reicht nicht aus: Der Bericht „Bon’aria di Sardegna“ von Legambiente zeichnet ein besorgniserregendes Bild hinsichtlich Feinstaub (PM10). Weniger als ein Drittel der Messstationen liegen unter den WHO-Grenzwerten, und fünf überschreiten die EU-Standards für 2030. Cagliari muss die PM10-Konzentrationen in den nächsten vier Jahren um fast 30 % senken, um die Grenzwerte für 2030 einzuhalten . Nur acht Stationen eines deutlich verkleinerten Messnetzes können PM2,5, den für die Gesundheit relevantesten Schadstoff, erfassen . Die Daten für NO₂ haben sich deutlich verbessert: Nur zwei Stationen (darunter Cagliari) erfüllen die EU-Standards nicht. Allerdings wurden im Laufe der Jahre bei allen untersuchten Parametern Verbesserungen verzeichnet.
Dem Bericht zufolge bleibt der fehlende kontinuierliche Messaufwand in städtischen Gebieten wie Olbia, Nuoro und Oristano ein unbekannter Faktor. „Wir müssen mit dem Mythos aufräumen, dass die Luft in sardischen Städten durch den Mistralwind gereinigt wird“, sagt Marta Battaglia, Präsidentin von Legambiente Sardegna, „denn nur weil wir Schadstoffe nicht sehen können, heißt das nicht, dass sie nicht da sind. Der anthropogene Ursprung der Verschmutzung ist in jedem Fall eine gute Nachricht: Wir wissen, was zu tun ist, um diesen Trend umzukehren.“
Laut Legambiente wurde das Luftqualitätsüberwachungsnetz Sardiniens schrittweise abgebaut. Vor 2018 gab es noch 43 aktive Messstationen, heute sind es nur noch 25, von denen lediglich 9 in der Lage sind, PM2,5 zu erfassen. Dadurch gibt es in Provinzhauptstädten wie Nuoro keine kontinuierliche Überwachung mehr.
SOS an die Region: Laut Legambiente sollte sie sich mit einem flächendeckenden Warnsystem ausstatten, um die Gesundheit ihrer Bürger besser zu schützen. Umweltschützer fordern zudem mehr Aufmerksamkeit für den öffentlichen Nahverkehr. Legambiente besteht darauf , dass Biomassekessel und Wärmeerzeuger in den am stärksten belasteten Gebieten schrittweise verboten werden sollten. In anderen Gebieten hingegen sollte die Installation emissionsarmer Technologien mit integrierten oder externen Filtersystemen oder Hybridlösungen gefördert werden. In ländlichen Gebieten mit intensiver Landwirtschaft und Viehzucht können die Emissionen der Landwirtschaft die industriellen oder städtischen Emissionen übersteigen.
(Unioneonline)
