Im Gerichtssaal von Sassari finden derzeit Sachverständigengutachten im Fall gegen den 52-jährigen Antonio Nieddu statt, der wegen versuchten Mordes angeklagt ist. Am 25. Mai 2024 rammte der Mann in Zinziodda, einem Ort in der Region Sassari, mit seinem Lkw das Tor des Hauses des 57-jährigen Giovanni Antonio Gaias, der daraufhin überfahren wurde.

Die genauen Umstände des Unfalls und die 45-tägige Prognose für die Genesung des Opfers wurden gestern in der Anhörung vor einem Gremium unter Vorsitz von Giancosimo Mura, unterstützt von Monia Adami und Sara Pelicci, erörtert. Der vom Gericht bestellte Sachverständige, Ingenieur Marco Antonio Pes, berichtete über den Vorfall und erklärte, die Dynamik stimme mit der Darstellung der Staatsanwaltschaft überein. Nachdem der Angeklagte das Tor durchbrochen hatte, fuhr er offenbar mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 km/h die leicht abschüssige Einfahrt entlang. Von dort wurde eine etwa 2,6 m lange Reifenspur aufgezeichnet, gefolgt vom Aufprall auf den Bordstein der Einfahrt und dem Zusammenstoß mit Gaias, der von der Seite des Fahrzeugs getroffen wurde und stürzte.

Ausweichmanöver oder Bremsmanöver, die beiden möglichen Unfallursachen, werden bereits untersucht, ebenso wie die Frage, ob der Unfall vorsätzlich herbeigeführt wurde. Auch die beschädigte Scheibe des Lkw wird untersucht; sie wird teils auf mutmaßliche Schläge des Opfers mit einem Stock, teils auf eine Kollision mit Bäumen am Eingang zurückgeführt. Ein Nachbar, der unmittelbar nach dem Vorfall eingriff, sagte ebenfalls in der Anhörung aus. Der 57-Jährige, vertreten durch Rechtsanwältin Sabina Useli, erlitt Berichten zufolge mehrere Verletzungen, die zu einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit führten. Die Verteidigung, vertreten durch Rechtsanwältin Alessandra Delrio, hat sich das Recht auf ein Gutachten durch einen eigenen Sachverständigen vorbehalten. Die nächste Anhörung, an der auch der Angeklagte teilnehmen wird, ist für Oktober angesetzt.

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