Sassari, Senioren und Menschen mit Behinderungen im Projekt „Adopt a Grandparent“: das positive Gesicht der Altstadt.
Sie treffen sich dreimal pro Woche und tauschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
„Jeder fühlt sich hier wie zu Hause.“ Pater Eugenio Cavallo beschreibt das Projekt „Adopt a Grandparent“, das ab April 2025 in Sassari Senioren aus der Altstadt und junge Menschen mit Behinderungen zusammenbringt, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Die Initiative, die von den Kirchen des Doms und Sant’Apollinare sowie dem Verein Strada Fare getragen wird, erhielt Unterstützung von der Gemeinde Sassari. „Sie kommen hierher“, erklärt der Priester, „und überwinden ihr Misstrauen und ihre Einsamkeit.“
Diese Phänomene betreffen die Bewohner, insbesondere ältere Menschen, die an ihre Häuser gebunden sind und oft kein soziales Leben führen. Oder die ziellos umherirren, geplagt von der ständigen Versuchung der Spielsucht. „Ich sehe viele von ihnen, deren Tage leider daraus bestehen, von einem Tabakladen zum nächsten zu gehen, um Rubbellose zu spielen.“
Bei den drei wöchentlichen Treffen in der Via Gran Condotto, zwischen der Via Sant'Apollinare und dem Largo Infermeria San Pietro, tauschen rund 35 Projektteilnehmer ihr Wissen aus. „Sie kochen gemeinsam Ravioli, Pasta und Pizza. Und sie sind stolz auf das, was sie erreicht haben.“ Die älteren Mitglieder sind tief bewegt. „Sie fühlen sich wie in die Zeit zurückversetzt, als sie noch Zitronen, Seife und Kohle tauschten.“
Doch selbst die Jugendlichen, von denen einige vom Zentrum für psychische Gesundheit betreut werden, fühlen sich eingebunden und bringen den Älteren Musik und Karaoke bei. Es sind gesellige Momente in einer Art Freiraum, in dem niemand urteilt, selbst wenn sie vielleicht nach außen hin in einen öffentlich zensierten Vorfall verwickelt waren.
Gemeinsam finden Gespräche, Unterricht und Wissensaustausch statt, und wir stehen den Trauernden bei, beispielsweise jenen, die kürzlich einen Elternteil verloren haben. „Das Projekt endet im November, aber wir werden es fortsetzen“, versichert Pater Eugenio, dem es in den letzten zweieinhalb Jahren gelungen ist, Menschen dafür zu gewinnen. „Durch Mundpropaganda und indem ich Passanten auf der Straße gefragt habe, ob sie mitkommen möchten.“ So versucht er, den Samen für Zusammenarbeit und Solidarität zu säen. „Und damit nicht genug. Wir werden auch Theaterstücke aufführen, und bald wird Jubilant, eine Initiative für junge Menschen, neu gestartet.“ Es ist die andere Seite von Sassari Vecchia, die sich wehrt und dem Verfall nicht nachgibt.
