In zehn Jahren hat sich nichts geändert. Von 2014 bis 2024 stieg die Zahl der Verkehrstoten auf Sardiniens Straßen von 98 auf 113, und eine Trendwende zeichnet sich nicht ab. Dies ist das besorgniserregendste Ergebnis der Konferenz des Cagliari Mobility Lab, auf der Experten, Strafverfolgungsbehörden und Verbände zusammenkamen, um über diese unlösbare Krise zu beraten.

„Unsere Verkehrsrate ist mehr als doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt“, sagt Gianfranco Fancello vom CIREM. „Und es gibt nicht einmal einen minimalen Abwärtstrend.“ Europa fordert eine jährliche Reduzierung um 9 %, Italien stagniert bei 2,16 %, und Sardinien entwickelt sich in die entgegengesetzte Richtung. Die Ursachen sind struktureller Natur: fehlende Alternativen zum Auto, unzureichende Infrastruktur, die seit dreißig Jahren stillgelegte Autobahn 131 – und verhaltensbedingt. Fast täglich ereignet sich ein Unfall auf dem Mittelstreifen der Autobahn.

Die Hauptursache sind weder Alkohol noch Drogen, sondern Ablenkung, insbesondere durch Handys. „Bußgelder für die Handynutzung am Steuer betreffen hauptsächlich Personen über 40“, betont Floriana La Mattina von der Autobahnpolizei.

Was Drogenkonsum angeht, hat ein Drittel der Italiener im Laufe ihres Lebens bereits Drogen konsumiert, und 18 % der Jugendlichen nehmen Psychopharmaka ohne Rezept ein. Das alarmierendste Phänomen sind neue synthetische Substanzen (NPS): „Im Jahr 2024 wurden 47 neue Substanzen identifiziert“, so Andrea Spanu, leitender Arzt im Polizeipräsidium. „Die Konsumenten handeln im Dunkeln.“

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