Unter den sardischen Reformern nehmen die Proteste zu. Sie prangern seit Monaten an, dass mit der Verabschiedung des neuen Energiedekrets die sardischen Unternehmen immer höhere Kosten tragen und Ressourcen produzieren werden, die zur Finanzierung von Maßnahmen verwendet werden, die keinerlei Bezug zu unserer Insel haben.

Nach den Protesten in Porto Torres und verschiedenen Städten der Insel hält die Kritik an. „Wir riskieren, in einen unannehmbaren Widerspruch zu geraten. Die Einnahmen aus dem Emissionshandelssystem (ETS), der von Reedereien gezahlten und an die Transportunternehmen weitergegebenen CO₂-Steuer, sollen zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors beitragen, mit Anreizen für den Schienenverkehr und die sogenannte Verlagerung des Güterverkehrs auf die See. Das sind legitime Instrumente, doch wir in Sardinien haben keine Alternativen. Für uns ist der Seeverkehr keine Wahl, sondern die einzige Option“, so die Reformer. Das ETS macht bis zu 40 % der Überfahrtskosten aus, und die Unternehmen wälzen diese Kosten vollständig auf die Transportunternehmen ab. Das ist eine reale, tägliche Belastung, die sich auf die gesamte Lieferkette und die Endpreise auswirkt. Mit dem Energiedekret besteht die Gefahr, dass die Einnahmen, die teilweise durch die von Sardinien getragenen Kosten generiert werden, in Verkehrssysteme fließen, die den Sarden nicht zugutekommen. „Dies ist eine klare Verzerrung, die dem in der Verfassung verankerten Prinzip der Insellage widerspricht. Es geht nicht darum, Umweltziele infrage zu stellen, sondern um Gerechtigkeit.“ Eine klare Korrektur ist erforderlich. „Ein Teil dieser Mittel muss gezielt den Inselgemeinden zugewiesen werden, um die höheren Kosten des Gütertransports auszugleichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Wir haben dieses Thema bereits mit einem Antrag im Regionalrat angesprochen und werden dies auch weiterhin auf institutioneller Ebene tun. Doch heute brauchen wir ein klares politisches Signal. Es besteht die Gefahr, dass Sardinien einmal mehr zur Finanzierung nationaler Politiken beiträgt, ohne angemessen davon zu profitieren.“

Die Reformer, angeführt von ihrem Regionalvertreter Aldo Salaris, prangern dieses Problem seit geraumer Zeit gemeinsam mit Unternehmen und Lkw-Fahrern an. „Bislang ist jedoch keine Reaktion erfolgt, und wenn keine konkreten Signale kommen, werden wir diesen Kampf nach Rom tragen und die Aufmerksamkeit des gesamten Landes darauf lenken. Minister Salvini sollte uns zuhören, eingreifen und diesen Ansatz umgehend korrigieren.“

© Riproduzione riservata