Sie ist die älteste Großmutter in der Ogliastra und mit ihrem Alter eine der ältesten auf Sardinien. Battistina Piras wurde am 17. September 1919 geboren und feiert heute ihren 107. Geburtstag. Bei schönem Wetter hängt sie Wäsche auf dem Balkon ihres Heimatortes Osini auf, einem Dorf mit 700 Einwohnern am Fuße der imposanten Tacchi d'Ogliastra, wo viele Menschen ein hohes Alter erreichen.

Sechs Hundertjährige leben derzeit hier, allen voran Oma Battistina. Heute Morgen empfing sie Bürgermeister Alfredo Cannas und unterhielt sich mit ihm auf dem Sofa. Ein Haarband hält ihre Haare zusammen, goldene Ohrringe und ein Armband vervollständigen ihr Outfit. Das Geheimnis ihrer glatten Haut? Die Creme, die sie täglich benutzt. „Ich benutze sie, weil sie mich schöner macht. Ich gehe immer noch zur Kosmetikerin“, sagt Oma Battistina. Am Telefon verläuft das Gespräch reibungslos. „Ich fühle mich jung; mein Gedächtnis ist furchtbar.“ Sie weiß, dass 107 ein beachtliches Alter ist, das langsam nach Guinness riecht. „Ich weiß nicht, wie ich so alt geworden bin; das kann nur Gott wissen, nicht einmal die Wissenschaftler. Ich bete jeden Tag zur heiligen Susanna und zum heiligen Georg.“

Heilige, die von der Gemeinde Osini seit Jahrhunderten verehrt werden. „Das Leben hier in Osini ist schön, die Luft ist gut. Ich habe mich mein Leben lang immer gut benommen, und alle im Ort lieben mich.“ Sie war etwa zwanzig, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Dazu erzählt sie eine Anekdote: „Wir fuhren nach Tortolì, um Essen zu suchen, weil es hier nichts gab. Mein Mann war eingezogen worden und in Arbatax. An diesem Tag wurde der Hafen bombardiert. Wer Krieg führt, ist kein wahrer Christ.“ Heute gibt es bei Oma Battistina Tortellini und Rinderfilet zum Mittagessen. „Nachtisch? Nur sehr, sehr wenig.“

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