Er konnte das Ende ihrer Beziehung nicht akzeptieren. Nachdem er gedroht hatte, intime Videos von ihnen zu veröffentlichen, handelte der arbeitslose Mann: Die Bilder kursierten in den Chatrooms von Freunden und Bekannten. Doch das Opfer, eine 40-jährige Frau, fasste den Mut, ihren Ex-Partner, einen 56-Jährigen aus dem Hinterland von Oristano, anzuzeigen. Dieser steht nun wegen „Rachepornos“ (d. h. der Online-Verbreitung von sexuell expliziten Bildern ohne die Einwilligung der abgebildeten Person) vor Gericht.

Die Vorfälle ereigneten sich vor vier Jahren, als die Frau die Beziehung beendete. Ihr Ex-Partner weigerte sich jedoch, ihre Entscheidung zu akzeptieren. Er versuchte zunächst, sie zur Versöhnung zu überreden und drohte ihr, Videos ihrer intimen Begegnungen zu veröffentlichen, falls sie ihre Meinung nicht ändere. Kurz darauf wurden diese Videos an die Schwester des Opfers, ihren Arbeitgeber, weitere Freunde und sogar an eine Beraterin des Familienzentrums geschickt, die sich um den Sohn der Frau aus einer früheren Beziehung kümmerte.

Der arbeitslose Mann hatte alles bis ins kleinste Detail geplant: Er verschickte die Videos per Zeitschaltuhr, sodass sie sich kurz darauf selbst löschten. In einigen Fällen hatte jedoch jemand eine Kopie behalten, und als die 40-jährige Frau davon erfuhr, war sie zwar zutiefst erschüttert, brachte aber den Mut auf, ihren Ex-Partner anzuzeigen. Die Ermittlungen begannen umgehend, und anschließend eröffnete der Prozess vor Richterin Federica Colantonio und Staatsanwalt Lorenzo Cosseddu. In der vorangegangenen Anhörung wurde das Opfer vernommen, gefolgt von einem IT-Techniker, der das Videomaterial rekonstruierte. Der Prozess wurde auf den 15. Februar vertagt.

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