Orani, der Mörder, hinterließ eine Spur
Mordfall Pireddu: Neue Ermittlungen entlang der möglichen Fluchtroute laufen. Die Testergebnisse der an das RIS in Cagliari geschickten Beweismittel stehen noch aus.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Knapp einen Monat nach dem Mord an Tonino Pireddu kehrten Beamte der Carabinieri aus dem Provinzkommando Nuoro und Ottana zum Tatort zurück, um weitere Spurensicherungsmaßnahmen durchzuführen. Am Dienstagmorgen wurden die Rückseite des Hauses und die Umgebung an der Via Su Gutturu Vetzu in Orani abgeriegelt. Die Spurensicherung fand in dem Bereich statt, durch den der Täter mutmaßlich nach dem Schuss in Pireddus Rücken geflohen war. Die Art der Ermittlungen, die im Dorf für Aufsehen gesorgt haben, wird geheim gehalten. Es scheint sich um mehr als nur eine Formalität zu handeln. Die Beamten gehen einem konkreten Detail nach, das sich nach Zeugenaussagen und mehreren Vernehmungen in den letzten Wochen herauskristallisiert hat. Man geht davon aus, dass die Carabinieri mehrere Indizien zusammengetragen haben, die sie nun vor Ort überprüfen, um eine klare Spur zu finden und dem Täter ein Gesicht und ein Motiv zu geben. Sie hoffen, dass dem Täter bei der Planung des scheinbar perfekten Hinterhalts ein Fehler unterlaufen ist.
Der Mörder
Der Täter schlug am 18. Februar um 21:30 Uhr zu. Ungeachtet der Sicherheitskameras, die Pireddu einige Wochen zuvor installiert hatte, waren am 18. Dezember sein Audi A7 und der Renault Captur seiner Freundin Manuela Porcheddu in Brand gesteckt und der Volkswagen eines Nachbarn beschädigt worden. Das Feuer erschien ungewöhnlich, da Pireddu, ein 38-jähriger Arbeiter, keine Vorstrafen hatte. Der Angriff ereignete sich in der Via Su Gutturu Vetzu, einer Seitenstraße des Haupteingangs des Hauses am Corso Italia, jener Gasse, die zum Hintereingang führt. Seine Freundin, eine Friseurin aus Bonorva, war bereits nach Hause zurückgekehrt, als er, nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Bar um 21:30 Uhr, um ihr Ginseng zu kaufen (ein Detail, das vielen bekannt war und für ihn eine tägliche Geste der Fürsorge darstellte), die Außentreppe in den ersten Stock hinaufging und auf die Terrasse der Wohnung trat, die er seit fünf Jahren mit ihr bewohnte. Der Täter hatte ihn erwartet, möglicherweise versteckt in der engen Gasse, geschützt durch die Dunkelheit und die Hausmauer. Der Schuss fiel von unten, als er, vom Licht der Eingangsscheinwerfer angestrahlt, ein leichtes Ziel war. Die Entfernung betrug nicht mehr als sechs Meter. Die Schrotkugeln trafen ihn in den Rücken, andere beschädigten die Haustür.
Die Hinweise
Die Carabinieri der Einsatzgruppe, die Ermittlungseinheit Nuoro und die Firma Ottana hatten bereits am Tag nach dem Mord diverse Beweismittel gesammelt und an das RIS in Cagliari übermittelt. Diese neue Aktivität beginnt am Dienstag und soll hoffentlich zu einer klareren Spur für die von Staatsanwalt Riccardo Belfiori koordinierten Ermittlungen führen.
Fabio Ledda
