Nutria-Notfall: Eindämmungsplan tritt in Kraft
Tausende Exemplare befinden sich auf der Insel, eine Zählung beginnt. „Es ist falsch, sie zu füttern; sie können gefährlich sein.“Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Die langen, zitternden Schnurrhaare, das dunkle Fell und die markanten, beunruhigenden orangefarbenen Zähne. In den Stadtparks und entlang des dichten Kanalnetzes um Cagliari ist die Begegnung mit einem Nutria keine Seltenheit mehr. Für viele ist es ein Tier, das einem fast ein Lächeln entlockt; für andere hingegen eine „große Wasserratte“, die Abscheu hervorruft. Die wissenschaftliche Realität beseitigt jedoch jeden Zweifel: Der Nutria steht offiziell auf der Liste der 100 schädlichsten invasiven Arten weltweit und ist als gebietsfremde Art der Europäischen Union eingestuft – was bedeutet, dass seine Auswirkungen auf die Biodiversität so gravierend sind, dass einheitliche Maßnahmen in der gesamten Europäischen Union erforderlich sind.
Der jüngste Angriff auf Bianca Fusco und ihren Hund Liquirizia im Nervi-Park an der Küste der Stadt hat die Aufmerksamkeit erneut auf einen Notfall gelenkt, der nicht länger aufgeschoben werden kann. Die Reaktion der Regierung ist bereits angelaufen: Die Region hat einen neuen Eindämmungsplan verabschiedet, und die Metropolregion ist bereit, entsprechend zu handeln.
Die Eindämmung
Dieses in Südamerika beheimatete, semiaquatische Nagetier hat auf der Insel ein wahres Paradies gefunden. Grund dafür ist das Fehlen natürlicher Feinde, was seine unkontrollierte Vermehrung begünstigt hat. Bislang wurde keine Zählung durchgeführt, doch die Behörden schätzen die Anzahl der Exemplare auf mehrere Tausend.
Die Schäden beschränken sich nicht auf das Zusammenleben mit Menschen und anderen Tierarten: Ihre Baue zerstören Flussufer, gefährden die Integrität von Kanälen, vernichten Ernten und stören das empfindliche Gleichgewicht von Feuchtgebieten. Aus diesem Grund hat die regionale Umweltbehörde den neuen Kontroll- und Eindämmungsplan genehmigt. Der neue Plan sieht eine strategische Neuausrichtung vor: Schluss mit unkoordinierten Maßnahmen. Er verpflichtet die Gemeinden, über alte Verwaltungsgrenzen hinaus in bestimmten hydrografischen Gebieten (Flüssen, Kanälen und Becken) zusammenzuarbeiten. Wie? „Durch die Erfassung und Eindämmung der Nutria-Populationen, nicht durch deren Ausrottung“, heißt es im Dokument, „mit Ausnahme isolierter und kleiner Populationen.“
Die Richtlinien
Die Metropolregion Cagliari ist ebenfalls bereit, diesen neuen Weg einzuschlagen. „Das Umweltamt erarbeitet das Programm auf Grundlage regionaler Richtlinien“, bestätigt Stadtrat Matteo Massa. Der Schwerpunkt liegt auf Feuchtgebieten, wo die Schäden für Landwirtschaft und Wasserressourcen am gravierendsten sind.
Anders sieht es bei Stadtparks aus, da diese in den regionalen Prioritäten nicht berücksichtigt werden. „Wir werden uns jedoch mit den Kommunen beraten, um das weitere Vorgehen in öffentlichen Parks festzulegen“, präzisiert Massa, „beginnend mit Informationskampagnen für die Bürger.“ Tatsächlich besteht ein Fehler, der korrigiert werden muss: „Das Füttern dieser Tiere führt dazu, dass sie ihre natürliche Scheu vor Menschen verlieren und ihre Fruchtbarkeit steigt, wodurch potenziell gefährliche Situationen entstehen.“
Die Versuche
Neben Terramaini und Su Siccu gehört auch Molentargius zu den Parks, die am stärksten von Nutria-Ansiedlungen betroffen sind. In den letzten Jahren wurden durch Fänge rund fünfzig Tiere getötet. „Heute hat sich der Bestand wieder stabilisiert“, erklärt Luisanna Massa, Leiterin der Umweltabteilung des Parks, „und wir haben keine offensichtlichen Schäden an den Ufern oder Nistplätzen festgestellt.“ Doch die Gefahr durch die Nutrias ist weiterhin spürbar. Und genau hier liegt die Zukunft. Eine Herausforderung, die die Stadt Cagliari genau im Auge behalten will: „Angesichts der jüngsten Ereignisse“, versichert Luisa Giua Marassi, Stadträtin für öffentliche Parks, „werden wir mit der Metropolregion besprechen, welche Maßnahmen in den Stadtparks ergriffen werden.“ Das Ziel ist klar: die Sicherheit der Grünflächennutzer zu gewährleisten und gleichzeitig das Ökosystem zu schützen.
