In Nuoro ist eine Kontroverse um die 126. Ausgabe der Festa del Redentore entbrannt . Im Mittelpunkt steht das kürzlich vom Stadtrat genehmigte Programm, das angeblich die Empfehlungen der Kommission nicht befolgt hat, was Kritik an Transparenz und institutioneller Kommunikation hervorgerufen hat.

Antonello Cucca, Vizepräsident des Kulturausschusses und Anführer der Gruppe „Nuoro. A capo“, meldete sich zu Wort und warf der Stadtverwaltung vor, die bekannteste Veranstaltung der Stadt „visionslos“ organisiert zu haben.

Insbesondere der Inhalt des Plakats wurde kritisch beäugt und als „erneut verpasste Gelegenheit“ bezeichnet. Laut der Stellungnahme handele es sich um eine nahezu identische Neuauflage des letztjährigen Plakats, „ein unüberlegtes Kopieren und Einfügen“, wobei „der einzige Unterschied die Unterschrift des Bereichsleiters“ sei.

Kritik wird auch dafür geäußert, dass die Empfehlungen der Kulturausschusssitzung vom 27. Februar nicht berücksichtigt wurden. In dieser Sitzung, an der auch Vertreter der Mehrheit teilnahmen, wurden konkrete Vorschläge zur Überarbeitung des Veranstaltungsprogramms, der Dauer und zur Notwendigkeit einer Neuauflage mit einem innovativeren Konzept unterbreitet. Diese Vorschläge seien, so der Ausschussvorsitzende, „völlig ignoriert“ worden.

Auch das Vorgehen der Verwaltung wurde scharf kritisiert. Die Abwesenheit des zuständigen Stadtratsmitglieds während der Kommissionsarbeit wurde bemängelt, ebenso wie die eingeschränkten Treffen mit einigen Verbänden unter Ausschluss anderer. „Ein undurchsichtiges System, das die Prinzipien von Transparenz und Partizipation kaum respektiert“, heißt es in der Erklärung. Zu den ungeklärten Fragen gehört die Rolle der Ritter, die seit Jahren Gegenstand von Bürgerdebatten ist. Im vergangenen Jahr wurden sie zudem von einem der symbolträchtigsten Momente des Festes, dem Segen des Bischofs vor der Kathedrale, ausgeschlossen, indem ihr Weg durch Seitenstraßen umgeleitet wurde. Diese „unverständliche“ Entscheidung „untergräbt einen historischen und identitätsstiftenden Bestandteil des Festes“ und, so die Erklärung, „scheint im genehmigten Programm keinerlei Änderung erfahren zu haben“.

Schließlich prangert die Erklärung die Schwächung der Rolle der Kulturkommission an, deren beratende und politisch-administrative Funktionen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft „völlig missachtet“ worden seien.

Daher die Forderung nach Aufklärung über die Entstehung des Programms und nach einem Kurswechsel seitens des Rates. „ Die Festa del Redentore darf nicht als bürokratischer Prozess behandelt werden, der jedes Jahr wiederholt wird“, heißt es in der Schlussfolgerung, „sondern muss wieder zu einem ambitionierten, gemeinschaftlichen Kulturprojekt werden, das seiner Geschichte gerecht wird.“

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