In Cagliari sind Barrieren nicht nur architektonischer, sondern auch kultureller Natur. Dies ist eines der Themen, die während des Treffens „Lasst uns gemeinsam darüber reden“ zur Sprache kamen, das von Giulia Giornaliste (Universität Cagliari) und Co.a.di. (Städtischer Rat der Behindertenverbände) im Mu.Be in Mulinu Becciu organisiert wurde.

„Kulturelle Barrieren sind am schwierigsten zu überwinden“, erklärt Lucia Balia, Vizepräsidentin von Co.a.di. „Auch heute noch verbinden viele Menschen Behinderung mit Unfähigkeit, obwohl es Fachkräfte, Ärzte und Arbeiter gibt, die ihre Aufgaben genauso erfüllen wie alle anderen.“

Neben den Stereotypen bestehen jedoch weiterhin konkrete Hindernisse. „Im historischen Zentrum ist es oft schwierig, sich zwischen den Tischen und dem ganzen Durcheinander selbstständig zurechtzufinden“, fügt Balia hinzu. „Und es gibt Stadtteile, die nach wie vor Probleme mit der Barrierefreiheit aufweisen, insbesondere im historischen Zentrum, wo viele Aufzüge außer Betrieb sind.“

(foto Umberto Zedda)
(foto Umberto Zedda)
(foto Umberto Zedda)

Die Debatte konzentrierte sich vor allem auf die Berichterstattung über Behinderung. „Durch journalistische Texte verändern wir die Perspektiven der Menschen“, erklärte Susi Ronchi, Koordinatorin von Giulia Giornaliste Sardegna. „Deshalb ist es so wichtig, immer den Menschen und nicht seine Erkrankung in den Mittelpunkt zu stellen.“

Ronchi erinnerte auch an die Arbeit des Vereins an der Olbia-Charta, einem Dokument, das auf Sardinien entwickelt wurde, um eine präzise und respektvolle Kommunikation für Menschen mit Behinderungen zu fördern. Dieser Prozess wurde mit der Publikation „Frauen mit Behinderungen und die Medien: Worte vs. Barrieren“ fortgesetzt. „Wir stellten fest, dass die von den Medien verwendete Sprache zu wenig reflektiert wurde. Daraus entstand ein Prozess, der nun in ganz Italien umgesetzt wird.“

Daher die Aufforderung: den Menschen vor seinen Gesundheitszustand zu stellen. Ein Prinzip, das laut den Teilnehmern gleichermaßen für Journalismus, Institutionen und den Alltag gelten sollte.

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