Sardinien hat den günstigsten Diesel in Italien. Der Trost ist zwar gering, da es sich nur um Unterschiede von wenigen Cent handelt und der Rekordpreis möglicherweise nur einen Tag hält, doch die Zahlen sprechen für sich: Der Durchschnittspreis für Dieselkraftstoff an Selbstbedienungstankstellen liegt heute, am 21. März 2026, bei 1,946 € pro Liter. Ein herber Rückschlag, wenn man bedenkt, dass die Preise vor den israelischen und US-amerikanischen Angriffen auf den Iran unter 1,70 € lagen. Dennoch ist es laut der jüngsten Erhebung des Ministeriums für Unternehmen und „Made in Italy“, die um 8:30 Uhr veröffentlicht wurde, immer noch der niedrigste Wert aller Regionen.

Wer tanken muss, muss sich allerdings mit dem zweiten Platz begnügen: Ein Liter bleifreies Benzin kostet in Sardinien – zur Selbstbedienung – 1.694 €, während er in der Region Marken, wo er am günstigsten ist, nur 1.687 € kostet. Es geht also um Tausendstel Euro. Durch die stark gestiegenen Preise und die vorübergehende Senkung der Verbrauchssteuer ist die Insel im Ranking abgerutscht: Unter normalen Marktbedingungen zählten ihre Tankstellen immer noch zu den teuersten des Landes.

Una pompa di benzina

Die Karte

Aber woher weiß man, wo man am besten tankt – wenn man diesen Begriff überhaupt noch verwenden kann? Es gibt Hilfe: Das Ministerium selbst bietet die Website „Osservaprezzi carburanti“ ( SIEHE HIER ) an, mit der man die Tankstelle mit den günstigsten Preisen finden kann, auch dank Geolokalisierung, und die Möglichkeit, nach Provinz und geografischem Gebiet zu suchen.

Es ist möglich – und sollte möglich sein –, die Ergebnisse nach dem höchsten und niedrigsten Preis in Ihrer Region zu sortieren. Sie können selbst entscheiden, welche Tankstelle Sie aufsuchen möchten. Tankstellenbetreiber sind verpflichtet, täglich Daten zu melden, andernfalls drohen ihnen Bußgelder. Das Portal ist jedoch offenbar nicht für eine so große Nutzerbasis ausgelegt: Aktuell, da so viele Fahrer an dem Thema interessiert sind, stürzt es häufig ab, und die Suche wird durch das langsame Laden der Daten erschwert.

Bauern verspotteten

Während die Senkung der Verbrauchssteuer unmittelbare Auswirkungen auf die Kraftstoffkosten hatte, fühlt sich der Agrarsektor von den Vorteilen ausgeschlossen: „ Die Preisobergrenze wird den Agrarsektor nicht betreffen. Wir hoffen, dass die Politiker diese Entscheidung, die einem der produktivsten Sektoren, der die schwerwiegendsten Folgen der anhaltenden Krise zu tragen hat, wie ein Hohn vorkommt, schnell korrigieren werden.“

Stefano Taras, Präsident des sardischen Agrarverbands (Confagricoltura Sardegna), schlug Alarm und merkte an, dass die von Rom zwanzig Tage lang durchgeführte Handelskontrolle die Notlage im Agrarsektor seit Kriegsbeginn und den besorgniserregenden Anstieg der Rohstoffpreise nicht berücksichtigt habe. „Der Preisanstieg bei Düngemitteln, der mittlerweile über 30 % beträgt“, so Taras weiter, „betrifft vor allem den um mehr als 50 % gestiegenen Harnstoffpreis. Harnstoff ist ein Stickstoffdünger, der aus der Erdgasverarbeitung gewonnen und im Persischen Golf produziert wird. Er deckt etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs. Harnstoff ist ein unverzichtbarer Dünger für die Landwirtschaft, angefangen bei den bereits in den letzten Wochen geplanten Behandlungen von Getreide, vor allem Hartweizen, bis hin zur Vorbereitung der kommenden Frühjahrs- und Sommerkulturen.“ Ein weiterer vom Präsidenten des sardischen Agrarverbands hervorgehobener Aspekt betrifft die hohen Transportkosten. „Die volatilen Ölpreise werden sich bald auf den Transportsektor, insbesondere die Seeschifffahrt, auswirken, die bereits durch die EU-Sanktionen gegen Reedereien, die ihre CO₂-Emissionen nicht reduzieren, zusätzlich belastet ist. Diese Belastung verschärft die bestehende Lücke zwischen Insellage und sardischer Landwirtschaft, die zwar in der Verfassung verankert ist, für deren Umsetzung aber noch immer die entsprechenden Durchführungsbestimmungen und staatlichen Finanzmittel fehlen. Diese extreme geopolitische Instabilität birgt die Gefahr, die sardische Landwirtschaft, die ohnehin schon mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, und die Verbraucher unserer Region in einen Strudel extremer Unsicherheit zu ziehen“, so Taras abschließend.

© Riproduzione riservata