Medio Campidano leistet Widerstand. In einer von Entvölkerung und wirtschaftlicher Instabilität geprägten Region werden die Lichter der Stadtzentren von den kleinen Läden in den Vierteln am Brennen gehalten – wahren sozialen, mehr noch als wirtschaftlichen Stützen. Hier liegt das Fundament der Stabilität der Region: in den Familienbetrieben, den alltäglichen Beziehungen und den grundlegenden Dienstleistungen für die lokale Bevölkerung.

Confcommercio Sud Sardegna zeichnet anhand von Daten der Handelskammern von Cagliari und Oristano ein Bild, das eine widerstandsfähige und tief verwurzelte Realität verdeutlicht. Die Region umfasst 12.725 Standorte, wobei sich der Handel als tragende Säule der lokalen Wirtschaft etabliert hat: 3.204 registrierte und 2.942 aktive Unternehmen, trotz eines leichten Rückgangs von 1 %.

„Der Nachbarschaftsladen ist nicht einfach nur ein Geschäft“, betont Alessandro Piu, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied von Medio Campidano, „sondern eine Bastion der Sicherheit, der sozialen Interaktion und der Würde. Wenn Medio Campidano heute noch existiert, dann ist das den Unternehmern zu verdanken, die ihre Türen jeden Tag offen halten.“

Ein produktives Gefüge, das sich vorwiegend aus kleinen und familiengeführten Betrieben zusammensetzt: 1.529 davon sind Einzelunternehmen – ein Zeichen für die tiefe Verbundenheit mit der Region. Trotz der Herausforderungen behauptet sich der Sektor weiterhin, auch demografisch: Auf 9 Neugründungen folgten 20 Schließungen – ein geringfügig negativer Saldo, der eine in einem schwierigen Umfeld überraschende Widerstandsfähigkeit beweist.

Darüber hinaus haben sich lokale Unternehmen nach der Pandemie weiterentwickelt und konzentrieren sich nun auf Qualität, Vertrauen und direkte Kundenbeziehungen. „Händler haben sich neu organisiert“, fährt Piu fort, „und bieten eine konkrete Alternative zum großflächigen Einzelhandel, indem sie lokale Produkte und Identitäten in den Vordergrund stellen.“

Der Sektor bestätigt auch seine Rolle als Motor für Inklusion und Chancengleichheit: Der Anteil weiblicher Unternehmerinnen erreicht 25,8 % und liegt damit deutlich über dem regionalen Durchschnitt, während 7,1 % der Unternehmen von ausländischen Unternehmern geführt werden, was ein offenes und dynamisches System beweist.

Die Integration handwerklicher Betriebe spielt ebenfalls eine strategische Rolle: Mit 1.936 Standorten trägt der Sektor dazu bei, ein zunehmend erlebnisorientiertes Angebot zu schaffen, das traditionelle Produkte und Gastfreundschaft verbindet. Es ist das Modell der „Genussboutique“, das Handel, Tradition und Tourismus vereint und die Exzellenz der Region präsentiert.

Dennoch bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen, allen voran die geringe Größe der Betriebe: Die meisten beschäftigen weniger als fünf Mitarbeiter und sind dadurch stärker von Logistikkosten und Infrastrukturproblemen betroffen. „Die Unterstützung lokaler Unternehmen bedeutet, die soziale Stabilität des Medio Campidano zu schützen“, so Piu abschließend. „Jedes geöffnete Geschäft ist nicht nur eine wirtschaftliche Aktivität, sondern auch ein Schutz vor Verfall, ein Anlaufpunkt für die Gemeinden und ein Lebenszeichen für unsere Städte.“

(Unioneonline)

© Riproduzione riservata