Ein Ventilator. Notfalls sogar die Mappe mit den medizinischen Berichten. Hauptsache, man kann damit wedeln. Denn auch hier geht es darum, die schwachen Luftströme des „Africo“ abzufangen, jenes heißen Windes, der die Luft draußen bewegt, wo die Temperatur weit über 30 Grad Celsius liegt. Wir befinden uns im fünften Stock des Businco-Krankenhauses in Cagliari. Und auch hier warten Dutzende Krebspatienten auf ihren Termin oder ihre Chemotherapie. Sie wissen, wann sie ankommen, oft früh am Morgen; sie können nicht vorhersagen, wann sie wieder gehen. Und genau hier, in der Onkologie-Station Brotzu, ist es fast unmöglich zu atmen. Denn die Klimaanlage ist kaputt. Nicht erst heute: Am 18. Juni, vor vier Tagen, schickten 18 ärztliche Direktoren des Businco-Krankenhauses einen Brief an alle Empfänger, die eigentlich Maßnahmen zur Behebung des Problems hätten ergreifen sollen, wie beispielsweise die Gesundheitsbehörde Arnas und die Krankenhausleitung. Ergebnis? Bisher keines.

Una donna in sala d'attesa con il ventaglio all'Oncologico di Cagliari

Die Ärzte schrieben: „Seit Juni funktionieren die Klimaanlagen in den Ambulanzen der Flügel A und B sowie im Wartezimmer im fünften Stock unseres Krankenhauses nicht.“ Dies sei untragbar: „Die während der Arbeitszeit gemessenen Innentemperaturen überschreiten die im Arbeitsschutzgesetz festgelegten Sicherheits- und Komfortwerte bei Weitem.“ Zudem störe dies die „Würde der Patienten, insbesondere der älteren und gebrechlichen, während der Wartezeit und der Behandlung.“

Und es kommt durchaus häufig vor, dass sich auf der fünften Etage der Onkologie-Klinik vulnerable Patienten befinden: Wenn man dort oben liegt, hat man oft einen Tumor.

Einige von ihnen wenden sich an die Presse: „Ich bin Krebspatientin“, sagt eine Frau, die inzwischen in die Lobby gegangen ist, wo die Luft kühler ist. „Verdiene ich denn nicht wenigstens ein bisschen Respekt?“ Jemand anderes postet Nachrichten in den sozialen Medien: „Neuigkeiten aus dem Wartezimmer des Businco-Krankenhauses“, schreibt jemand, der dort war, „es ist überfüllt mit Patienten und die Belüftungsanlage funktioniert nicht. Wir werden wie die Ratten sterben.“

Um es zu verstehen, muss man es selbst erleben. Und so beschreiben sie es: Die Patienten stehen gefasst in einer Reihe. Eine ältere Frau in einer leichten Weste fächelt sich Luft zu, ihr Blick ist ins Leere gerichtet, das nur erwacht, wenn sie gerufen wird. Vorne, zwischen ihrer Nichte (der Begleitperson) und ihrer Tante (der Patientin), wedelt die Jüngere mit dem Fächer: „Ich bin gerade erst angekommen, aber ich bekomme kaum Luft.“

Die altbekannte Lösung? Wie früher: Fenster öffnen. Es entsteht ein Luftzug. Das ist ungesund für die Patienten, die auf dieser Station behandelt werden und bis dahin geschwitzt haben. Und sie schwitzen weiter. Denn es wirkt wie in einem Backofen. Auch Ärzte und Stationspersonal gehen hindurch. Auch sie leiden. Sie schreiben, melden sich und drängen die Krankenhausleitung zum Eingreifen.

Sie haben den Brief abgeschickt. Vielleicht wurde er in einem Büro gelesen, in dem die Klimaanlage läuft. Aber nein, anscheinend lässt sich keine Lösung finden.

Arnas' Entschuldigungen

Erst am Abend trafen Erklärung und Entschuldigung von Arnas ein: „Der Ausfall wurde durch eine technische Störung verursacht, die zu einer Systemunterbrechung führte“, erklärte das Unternehmen. Weiterhin versicherte es: „Alle planmäßigen Wartungsarbeiten an den Systemen werden regelmäßig durchgeführt. Trotzdem trat ein unvorhergesehenes technisches Ereignis auf, das ein sofortiges Eingreifen erforderte. Sobald die Störung festgestellt wurde“, hieß es weiter, „wurde der technische Service umgehend alarmiert und arbeitet daran, die normale Klimatisierung im Gebäude so schnell wie möglich wiederherzustellen.“

Arnas ist sich der Unannehmlichkeiten bewusst, die diese Situation für Patienten, deren Angehörige und das medizinische Personal verursacht hat, verschärft durch die in den letzten Tagen gemessenen, über dem saisonüblichen Durchschnitt liegenden Temperaturen. Aus diesem Grund möchte sich die Unternehmensleitung bei allen, die besonders schwierige Bedingungen ertragen mussten, entschuldigen. Das Unternehmen hofft, die vollständige Wiederherstellung der Klimaanlage in Kürze bekannt geben zu können.

© Riproduzione riservata