In den Küstendörfern von San Vero Milis setzt sich die Katzeninvasion ungebremst fort – ein Phänomen, das sich nur schwer eindämmen lässt. Die einzige Möglichkeit, dem Problem entgegenzuwirken, besteht darin, dass die Gemeinde die Katzenkolonien anerkennt.

Dann kann das örtliche Gesundheitsamt kostenlose Kastrationen anbieten. Wenige Monate vor den anstehenden Kommunalwahlen, bei denen der neue Bürgermeister von San Vero Milis gewählt wird, haben zwei Katzenliebhaberinnen – Andrea Atzori, die die Katzenkolonie Su Pallosu, die wichtigste Touristenattraktion der Region, leitet, und Daniela Pintor, die sich seit Jahren auf eigene Kosten um alle streunenden Katzen im Yachthafen von San Vero Milis kümmert – beschlossen, das Phänomen genauer zu untersuchen.

Eines der vielen Beispiele für mangelhafte Verwaltung im Meeresschutzgebiet von San Vero Milis betrifft die Tierschutzpolitik, insbesondere für Katzen. Es heißt: „Die Anzahl der Katzen in S'Anea Scoada, Putzu Idu, Mandriola, Sa Rocca Tunda und Su Pallosu wird derzeit auf etwa tausend Katzen und Hunderte von Katzenkolonien geschätzt. In den letzten zwanzig Jahren hat sich keine der Gemeindeverwaltungen als unfähig erwiesen, die Situation in den Griff zu bekommen. Wie kann man nur so skeptisch sein, dass die Kastration von Katzen der einzige Weg ist, Vögel, Wildtiere und die Katzen selbst zu schützen – durch öffentliche Kastrationen in offiziell von der Gemeinde anerkannten Katzenkolonien?“

Katzenliebhaber erinnern sich auch daran, dass es von Bosa bis Cabras, über Oristano, mittlerweile über einhundert von den Gemeindeverwaltungen anerkannte Katzenkolonien gibt.

„San Vero Milis hingegen steht derzeit bei null“, heißt es. „Keine von der Stadtverwaltung anerkannten Katzenkolonien, keine Kastrationen. Dabei gibt es selbst auf nationaler und internationaler Ebene viele positive Beispiele, wo Kommunen erkannt haben, dass Katzen nicht nur ein Problem, sondern eine Ressource sind. Zwei Beispiele stechen besonders hervor: die Stadt Brolo im Piemont am Ortasee oder, noch bekannter, Istanbul in der Türkei. Istanbul, die internationale Katzenstadt, eine wahre globale Touristenattraktion, gilt als fester Bestandteil der Stadtkultur und des städtischen Lebens, wird von seinen Einwohnern respektiert, versorgt und beschützt und hat historische Wurzeln im Osmanischen Reich. Kurz gesagt, es braucht nicht viel, aber viel gesunden Menschenverstand, um diesen Trend umzukehren. Es kommt auf einen einfachen Verwaltungsakt an: die Anerkennung aller tatsächlich in den Marinas vorhandenen Katzenkolonien durch die Stadtverwaltung. Dadurch können Katzenliebhaber ihre Tiere vom örtlichen Gesundheitsamt kastrieren lassen, ohne dass der Stadtverwaltung Kosten entstehen, da die Mittel bereits eingeplant sind.“ Und wer weiß, ob sich der Trend ändern wird.

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