Kater Nero verirrt sich, findet aber den Weg nach Hause (9 Kilometer entfernt).
Die lange Strecke legte er in fünf Tagen zurück: So kehrte er von Lanusei nach Loceri zurück. Alba Usai: „Ich dachte, ich würde ihn nie wiedersehen.“Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Neun Kilometer, fünf Tage und nur eine Richtung: nach Hause. Das ist die Geschichte von Nerone, einem etwa vierjährigen schwarzen Kater mit kupferroten Abzeichen, mittellangem Fell und smaragdgrünen Augen, der es schaffte, von Lanusei nach Loceri zu seinem Besitzer zurückzukehren. Seine Geschichte ließ selbst diejenigen, die an der Suche beteiligt waren, sprachlos zurück. Nerone kam vor über einem Jahr in Alba Usais Zuhause. Aus einer zufälligen Begegnung entwickelte sich schnell eine besondere Bindung. Trotz der Anwesenheit anderer Katzen und Hunde lebte sich der Kater nach anfänglichen Schwierigkeiten gut ein und eroberte die Herzen seiner neuen Familie.
"Ich war verzweifelt."
Um ihn vor den Gefahren des Straßenverkehrs zu schützen, hatte Alba beschlossen, ihn kastrieren zu lassen und brachte ihn zu Tierarzt Alessandro Pistis in Lanusei. Die Operation verlief gut, doch als es Zeit war, ihn mit nach Hause zu nehmen, geschah das Unerwartete. Nerone entkam aus seiner Transportbox und rannte weg. „Ich war verzweifelt“, sagt Alba. „Wir suchten ihn morgens und abends im Wald, in der Nähe der Bahngleise. Ich fühlte mich furchtbar schuldig. Ich dachte an all die Hindernisse, die ihm begegnen könnten: Zäune, Netze, andere Tiere und vor allem Autos. In einer ihm fremden Umgebung hätte ich nie gedacht, dass er sich verirren könnte.“ Fünf Tage lang suchte sie unermüdlich nach ihm. Sie kehrte immer wieder zurück, rief ihn und stellte Futter hin. Und dann die Überraschung: „Ich stand am Fenster und sah eine schwarze Katze. Aus der Ferne sah sie aus wie Leone, und ich dachte, es wäre meine andere Katze. Dann miaute sie. Ich ging näher und erkannte, dass er es war. Es war Nerone. Er war zurückgekommen.“
Er hatte etwa neun Kilometer von Lanusei nach Loceri zurückgelegt, durchquerte dabei ländliche Gegenden, Straßen und Wohngebiete, bis er Albas Haus am Stadtrand erreichte . Er kam schmutzig, mit Dornen bedeckt, hungrig und durstig an. Die Besitzerin fütterte und streichelte ihn sofort. „Ich dachte, er vertraut mir nicht mehr. Stattdessen zeigte er mir, dass unsere Bindung stärker war. Er ist sehr intelligent, nicht nur, weil er inmitten unzähliger Gefahren den Weg nach Hause gefunden hat, sondern auch, weil er verstanden hat, dass es hier eine Familie gibt, die ihn liebt.“
Der Freund des Tieres
Während der Suche konnte Alba auch auf die Hilfe von Barbara Pistis zählen, der Leiterin des im Bau befindlichen Tierheims „Casa di Max“. „Tiere faszinieren mich immer wieder aufs Neue“, sagt Pistis. „Sie haben einen unglaublichen Geruchssinn und können so viele Hindernisse überwinden. Anfangs war ich skeptisch, ob Nerone angesichts der Entfernung von selbst zurückkommen würde, aber ich war schnell überzeugt. Alba ist der Beweis, dass man niemals aufgeben sollte: Sie kam jeden Tag zurück. Ich konnte ihr ein paar Tipps geben, aber die Katze hat alles ganz allein geschafft. Es ist eine seltene und berührende Liebesgeschichte.“
Die Geschichte regt auch zum Nachdenken an. „Wenn man ein Tier zum Tierarzt bringt“, erklärt Pistis, „sollte man immer eine sichere Transportbox verwenden. Eine Katze kann zu Hause ruhig und sanftmütig sein, aber außerhalb ihrer gewohnten Umgebung kann sie Angst bekommen und unglaubliche Kräfte entwickeln.“ Diese Vorsicht kann entscheidend sein, insbesondere weil nicht alle Tiere sich orientieren und den Weg nach Hause finden können. „Nerones Fall war eine Ausnahme“, sagt er. Doch dieses Mal hatte die Flucht ein glückliches Ende. Nach fünf Tagen und neun Kilometern kehrte Nerone nach Hause zurück. Zu seiner geliebten Alba.
Federica Melis
