Er war wegen seines Verhaltens und seiner Einstellung, die von den Trainern und dem Inhaber als respektlos empfunden wurden, aus dem Fitnessstudio verwiesen worden. Diese Weigerung akzeptierte Cristian Musu, ein 52-Jähriger aus Cagliari, der in Elmas wohnte, offenbar nicht. Gestern Morgen gegen 10:00 Uhr feuerte er zwei Schüsse auf dem Parkplatz des Fitnessstudios in der Via Renzo Laconi im Cagliarier Stadtteil Mulinu Becciu ab. Der erste Schuss galt einer Tanzlehrerin, die ihn – laut Rekonstruktion – abgewiesen hatte. Bereits am Vortag hatte sie ihm die Teilnahme an einem ihrer Kurse verweigert. Glücklicherweise verfehlte die Kugel die Frau und ihre Freundin. Beide konnten fliehen. Anschließend nahm sich Musu mit demselben Gewehr das Leben, indem er sich in die Brust schoss. Polizei und Rettungskräfte fanden den 52-Jährigen aus Barracello leblos am Boden. Sie konnten nur noch seinen Tod feststellen. Daneben lag die Schusswaffe, mit der zuerst die beiden Frauen erschossen und anschließend die Täter getötet wurden. „Wir stehen immer noch unter Schock“, sagten die beiden Opfer. „Wir sind auch sehr wütend, weil wir fordern, dass unser Nein und unsere Ablehnung respektiert werden, egal ob es um unseren Körper, unsere Arbeit oder unsere Gefühle geht. Solche Vorfälle dürfen nicht passieren.“

Die Rekonstruktion

Die Polizeizentrale erhielt gestern Vormittag um 10:40 Uhr eine Meldung über einen Schuss. Die Polizei traf mit Einsatzkräften der Spezialeinheit und des Rettungsdienstes in Mulinu Becciu ein. Später stießen Ermittler der Spezialeinheit und Spurensicherungsexperten zur weiteren Untersuchung hinzu. Die von Manager Davide Carboni koordinierten Ermittlungen führten zu einer Rekonstruktion des Tathergangs. Den Ermittlungen zufolge war Cristian Musu dem Fitnessstudio bereits bekannt: Er hatte in der Vergangenheit Kurse besucht, war aber aufgrund seines Verhaltens ausgeschlossen worden. Am Samstagmorgen versuchte er, sich erneut für einen Tanzkurs anzumelden, was ihm der Manager jedoch wieder verweigerte. Daraufhin tauchte er gestern Vormittag mit einer Schrotflinte Kaliber 12 in der Via Renzo Laconi auf. Die Waffe stellte sich später als legaler Besitz heraus.

Der Epilog

„Er akzeptierte unsere Ablehnung nicht und tauchte persönlich auf“, erzählt eine der beiden angegriffenen Frauen weiter. Das Fitnessstudio ist normalerweise sonntags geschlossen, aber gestern fand dort ein Kurs statt, den der 52-Jährige besuchen wollte. „Ich sagte ihm, er hätte nicht dort sein sollen und könne nicht immer wieder darauf bestehen, aber er wollte es nicht akzeptieren.“ Daraufhin soll Musu gesagt haben: „Ich werde es euch zeigen.“ Er holte die Schrotflinte aus seinem Auto und feuerte den ersten Schuss ab, der die beiden Trainerinnen glücklicherweise verfehlte. Er schoss in Richtung beider, traf aber offenbar nur eine von ihnen, in die er sich – laut Ermittlungen – verliebt hatte. Die Kugel traf jedoch den oberen Teil des Eingangs zum Gebäude, in dem sich das Fitnessstudio befindet. Die beiden Tanzlehrerinnen konnten so fliehen. Musu feuerte unterdessen mit derselben Schrotflinte Kaliber 12 einen zweiten Schuss auf sich selbst ab.

Die Autopsie

Im Zuge der Ermittlungen sicherten Kriminaltechniker zwei Patronenhülsen des Kalibers 12 sowie weitere Beweismittel, die für eine vollständige Rekonstruktion des Tathergangs als relevant erachtet wurden. Auf der Polizeiwache vernahmen Ermittler der Sondereinheit und Streifenbeamte, koordiniert von der Staatsanwaltschaft, die beiden Frauen, um ein umfassendes Bild des Vorfalls zu erhalten. Nach Abschluss der Ermittlungen wurde Musus Leichnam in das Krankenhaus Brotzu überführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird eine Autopsie durchgeführt.

Roberto Carta

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