Im Fall der Rentnerin Silvana Gandola, die am Morgen des 28. März 2021 an einem Strand in Aglientu (San Silverio) verschwand und unter weiterhin ungeklärten Umständen ums Leben kam, wurde ein neues Verfahren eingeleitet, nachdem die Akten an die Staatsanwaltschaft Tempio zurückgegeben worden waren. Die sterblichen Überreste der älteren Frau wurden am 30. Januar 2022 von Jägern gefunden.

Die 64-jährige Pflegerin Elda Verbale, die wegen Vernachlässigung einer hilflosen und kranken Person angeklagt ist, beteuert, die ältere Frau während des Ausflugs nach Aglientu nie allein gelassen zu haben. Das Urteil im Schnellverfahren könnte im Sommer verkündet werden. Die Familie des Opfers ist jedoch der Ansicht, dass die Anklage gegen die Pflegerin den Fall nicht abschließend klärt. Laut den Angehörigen der älteren Frau weist die Rekonstruktion des Falls durch die Staatsanwaltschaft Tempio zahlreiche Unklarheiten auf.

Die Tochter der Rentnerin, Laura Rizzi, bestreitet die angebliche Unvollständigkeit einiger wichtiger Teile der Ermittlungsrekonstruktion. Erstens gebe es keine Beweise dafür, dass sich das Opfer am Morgen des 28. März 2021 in dem Gebiet ihres Verschwindens aufgehalten habe – einem unwegsamen Gelände, das mit Silvana Gandolas Zustand (einer kranken und gebrechlichen Person, die nur mit Ballerinas bekleidet steiles Gelände hätte begehen können) völlig unvereinbar sei.

Seit dem 27. März, dem Tag vor ihrem Verschwinden, ist die Rentnerin telefonisch nicht erreichbar. Selbst die Auffindung von Silvana Gandolas Leiche bereitete ihrer Tochter zufolge Probleme: Die Hose war umgestülpt, die Brille mit fest geschlossenen Bügeln abgestützt, und das Metallarmband ihrer Armbanduhr war vollständig geöffnet.

Laura Rizzi, unterstützt von ihrem Anwalt Francesco Rotella, glaubt, dass die einzige Gewissheit der Tod ihrer Mutter nach deren Verschwinden ist, aber sie hält die "Erzählung" einer alten Frau, die sich im Wald verirrt hat, nicht für akzeptabel.

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