Ein Gefangener des Gefängnisses 41-bis wird im Santissima Trinità in Cagliari untergebracht, genauer gesagt in einem Zimmer des Pavillons, der die Pneumologie-Station beherbergt. Es handelt sich dabei nicht um die dafür vorgesehene, noch nicht fertiggestellte Station. Laut durchgesickerten Informationen werden daher die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen für die Unterbringung von Gefangenen in Hochsicherheitsanstalten nicht getroffen.

Die Nachricht wird geheim gehalten: Fast niemand im Krankenhaus Is Mirrionis weiß von der Anwesenheit des Gefangenen, der, den wenigen durchgesickerten Informationen zufolge, vermutlich Sizilianer ist. Er kam diese Woche in die Santissima Trinità.

Die Überwachung erfolgt diskret. Zwei Männer bewachen das Zimmer, zwei weitere das Zimmer. Sie tragen keine Uniformen. Im oberen, weniger überfüllten Teil des Krankenhauses würde man nicht vermuten, dass sich dort ein Häftling befindet. Doch heute Abend trafen mehrere Gefängnisbeamte mit ihrem Dienstwagen vor der Lungenstation ein. Möglicherweise stand ihr Eintreffen im Zusammenhang mit einem Zwischenfall vom Vorabend: Der Häftling soll randaliert und dabei sogar ein Beatmungsgerät zerstört haben. Es ist jedoch sinnlos, die Gesundheitsbehörden der Einrichtung um eine Bestätigung zu bitten: Die Angelegenheit ist streng vertraulich.

Und wenn die Stimmung in Santissima Trinità schon jetzt angespannt ist, wer weiß, wie die medizinische Versorgung mit den zusätzlichen 92 Gefangenen nach Paragraph 41-bis aussehen wird, die dem Hochsicherheitstrakt des Uta-Gefängnisses zugewiesen werden – eine Situation, die selbst von der Präsidentin der Region Cagliari, Alessandra Todde, heftig kritisiert wurde. Im Januar forderte der Gefangenenbeauftragte der Metropolregion Cagliari, Gianni Loy, den Gouverneur auf, die notwendigen Mittel für die Renovierung der Haftanstalt in Santissima Trinità freizugeben. Doch seitdem scheint nichts geschehen zu sein. Und so müssen sich am Ende die Mafiosi um die normalen Patienten kümmern.

© Riproduzione riservata