„Ich habe meine Eltern nicht getötet, ich hatte keinen Grund dazu.“ Claudio Gulisano beteuerte vor dem Schwurgericht Cagliari erneut seine Unschuld. Der 44-Jährige, der des Doppelmordes an seinem Vater Luigi Gulisano und seiner Mutter Marisa Dessì (79 und 82 Jahre alt) angeklagt ist, bekräftigte heute während seiner Vernehmung vor den Richtern auf Fragen seiner Verteidigerin und Staatsanwältin Rosanna Allieri, dass er nicht für den Tod seiner Eltern verantwortlich sei. Dieser ereignete sich im Dezember 2024 in ihrer Wohnung in der Via Ghibli im Stadtteil Quartiere del Sole von Cagliari.

„Ich hatte nie die Absicht, ihnen weh zu tun“, erklärte Gulisano. „Ich hatte keinen Grund dazu. Mir ging es gut, sie liebten mich, meine Tochter und meine Frau. Ich hatte keine Probleme.“ Der Angeklagte bestritt ausdrücklich die Darstellung der Staatsanwaltschaft, wonach seine finanziellen Schwierigkeiten der Grund für den Doppelmord gewesen seien.

„Sie gaben mir das Geld, um meine Schulden problemlos zu begleichen“, behauptete er vor Gericht. Gulisano schilderte daraufhin seine finanzielle Situation: „Ich besitze zwei Häuser, habe ein abbezahltes Auto und habe nie Drogen genommen.“ Diese Darstellung, mit der der 44-Jährige ein finanzielles Motiv auszuschließen versucht, belegt jedoch dessen Existenz.

Der Vorwurf

Am Ende des Kreuzverhörs hakte Staatsanwältin Allieri nach und erinnerte den Angeklagten an sein Verhalten am Morgen des Leichenfundes. Sie fragte, warum Gulisano, anstatt sofort den Notruf zu wählen, Geld auf sein eigenes Konto überwiesen und die Handys seiner Eltern angerufen hatte, von denen er wusste, dass sie tot waren. „Das ist eine Farce“, entgegnete die Richterin, „nicht weil Sie nichts zu sagen wissen, sondern weil Sie derjenige sind, der sie getötet hat.“

Die andere Anhörung

Bereits in der ersten Anhörung des Prozesses räumte Gulisano ein, „viele Fehler“ gemacht zu haben, nachdem er nach seiner Darstellung seine Eltern tot zu Hause aufgefunden hatte. Er fügte hinzu, dass er dies bereue, wies aber die Hauptanklage entschieden zurück: „Ich habe sie nicht getötet.“

Laut Staatsanwaltschaft war es jedoch der Sohn selbst, der Luigi Gulisano und Marisa Dessì tötete. Die beiden wurden laut Anklage erwürgt und erstickt. Als mutmaßliches Motiv werden finanzielle Schwierigkeiten des Angeklagten genannt.

Die Anschuldigung

Gulisano wird wegen schweren Doppelmordes und Computerbetrugs angeklagt: Ihm wird vorgeworfen, über das Online-Banking seiner Eltern etwa 20.000 Euro von deren Konten abgehoben zu haben.

© Riproduzione riservata