Die höchste Geburtenrate Sardiniens trifft auf unaufhaltsamen Bevölkerungsrückgang und eine zunehmend alternde Bevölkerung. Dieses Bild zeichnet sich für die Provinz Nuoro aus der aktualisierten Ausgabe des Territorialen Wirtschaftsbarometers mit dem Schwerpunkt Demografie ab, das vom Guglielmo-Tagliacarne-Forschungszentrum der Handelskammern in Zusammenarbeit mit Unioncamere erstellt wurde. Maria Luisa Ariu, Leiterin der Wirtschaftsbeobachtungsstelle der Handelskammer Nuoro, erläutert dieses Szenario und kommentiert die Daten der Studie, die demografische Trends bis 2025 analysiert und Prognosen bis 2050 erstellt. Das Bild ist ambivalent: Während die Region Nuoro hinsichtlich der Geburtenrate weiterhin im Vergleich zum Rest Sardiniens heraussticht, gelingt es ihr nicht, den Bevölkerungsrückgang und die fortschreitende Alterung ihrer Einwohner umzukehren. Im Jahr 2025 wird die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau auf 1,00 steigen, eine leichte Erholung gegenüber 0,98 im Jahr 2024.

Diese Zahl platziert die Provinz auf Platz 100 der nationalen Rangliste und bestätigt, obwohl sie noch weit vom italienischen Durchschnitt entfernt ist, Nuoros Position über dem regionalen Durchschnitt von etwa 0,85 Kindern pro Frau. Weitaus besorgniserregender sind jedoch die Zahlen zur Wohnbevölkerung. Zwischen 2002 und 2026 verlor die Provinz 12,1 % ihrer Bevölkerung. Laut Prognosen des italienischen Statistikamtes (ISTAT) könnte dieser Rückgang bis 2050 sogar 25,4 % erreichen. Gleichzeitig steigt der Alterungsindex von 272,3 im Jahr 2024 auf 288,4 im Jahr 2026 und wird voraussichtlich bis 2050 die Marke von 446 überschreiten. Positiv zu vermerken ist jedoch die niedrige durchschnittliche jährliche Abwanderungsrate italienischer Staatsbürger zwischen 2017 und 2025. Mit 1,62 Auswanderern pro 1.000 Einwohner belegt Nuoro landesweit den 12. Platz – ein Zeichen dafür, dass die Region ihre Einwohner im Land halten kann. Diese Zahl bestätigt, dass die Entvölkerung primär auf eine negative natürliche Bevölkerungsbilanz – also einen höheren Sterbefall als Geburten – und auf Binnenmigration zurückzuführen ist, weniger auf Auswanderung ins Ausland. „Die Daten bestätigen, dass die Demografie heute einer der wichtigsten Indikatoren für die zukünftige Stabilität der Region ist“, betont Maria Luisa Ariu, Leiterin des Wirtschaftsobservatoriums der Handelskammer von Nuoro.

Die Nuoro-Region weist eine höhere Geburtenrate als der regionale Durchschnitt und eine geringere Abwanderungsneigung auf. Diese Faktoren reichen jedoch nicht aus, um den Bevölkerungsrückgang und die fortschreitende Alterung der Bevölkerung auszugleichen. Daher ist es unerlässlich, die Attraktivität der Region zu steigern: Arbeitsplätze, Dienstleistungen, Geschäftsmöglichkeiten und die Gewinnung neuer Fachkräfte werden entscheidend sein, um der Entvölkerung in den kommenden Jahrzehnten entgegenzuwirken. Die Analyse bestätigt somit, dass die demografische Neuausrichtung eine der größten Herausforderungen für die Zukunft der Provinz darstellt. Investitionen in Wirtschaftswachstum, Beschäftigungsmöglichkeiten und die Lebensqualität im Landesinneren sind entscheidend, um einen Trend umzukehren, der ohne strukturelle Maßnahmen die Entwicklung der Region mittel- und langfristig gefährdet.

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