Sie sind bereits wieder zu Hause, müde, aber zufrieden mit ihrer Teilnahme (und ihrem Sieg) an der Dreikönigs-Sondersendung von „Affari Tuoi“. Besonders freuten sie sich darüber, die Identität und den Stolz ihrer Insel der gesamten italienischen Öffentlichkeit präsentiert zu haben. Alessandro Cauli (52) und Flaminia Corrias (51) aus Sant'Anna, einem Weiler bei Marrubiu, waren die Stars des Abends und gewannen 22.000 Euro. Alessandro stammt aus dem oberen Masongiu, einem Bauerndorf in der Gegend von Marrubiu, und arbeitet als Schäfer.

Ein uralter Beruf, geprägt von Entbehrungen, einem harten Arbeitsalltag und tiefer Verbundenheit zum Land. Er hält Schafe und einige Ziegen, ist aber auch ein großer Naturliebhaber. Beide sind der Tradition seit jeher verbunden und tragen deshalb traditionelle Kleidung. In Marrubiu sind sie bekannt für ihre Teilnahme am Fest „Paschiscedda Marrubiesa“ mit ihrem Esel (ebenfalls ihr eigener) und einigen Rindern. Sandro gibt bei diesem Fest auch Vorführungen zur Ricotta-Herstellung, und sie sind zudem aktive Mitglieder der Gruppe „Su Madau“. Sein Vater Mario ist als Hausmeister an der örtlichen Mittelschule bekannt.

Viele dieser Geschichten erzählte er selbst in der Sendung, mit Schlichtheit und Stolz, als Stefano De Martino ihn nach seinem Beruf fragte. Seine Antwort kam zunächst mit einem Lächeln, dann mit einem Hirtenpfiff, woraufhin der Regisseur – als Scherz – Schafsblöken imitierte und damit für Begeisterung im Studio sorgte. Seine Frau Flaminia, mit der er seit 18 Jahren verheiratet ist, begleitete ihn. Sie zog die Zuschauer vom ersten Moment an in ihren Bann, indem sie die traditionelle Tracht der Oristano trug und das Teatro delle Vittorie so in ein kleines Fenster ins authentische Sardinien verwandelte.

Während der Übertragung erzählten Alessandro und Flaminia ganz ungezwungen ihre Geschichte. „Wir sind hier, um Spaß zu haben und ein Stück unserer Heimat mitzubringen“, sagte Alessandro aufgeregt, aber immer noch lächelnd. Flaminia, etwas zurückhaltender, aber sichtlich stolz, fügte hinzu: „Dieses Kleid ist unsere Identität. Es ist wunderbar, es ganz Italien zu zeigen.“ Das Publikum schloss sie sofort ins Herz: authentisch, spontan und mit der Fähigkeit, jeden Moment in eine kleine sardische Geschichte zu verwandeln. Ihr Spiel war ein Crescendo aus Spannung und Kameradschaft. Alessandro spielte ruhig und behielt sein Lächeln, selbst als der „Doktor“ ihn mit Andeutungen und Scherzen neckte.

Der entscheidende Moment kam, als nur noch ein Euro und das gefürchtete „Schwarze Paket“ auf dem Tisch lagen. Das Angebot belief sich auf 22.000 Euro, eine beträchtliche Summe, besonders für jemanden, der seinen Lebensunterhalt mit harter Arbeit wie der Schafzucht verdient. „Ich nehme das Geld. Es wartet zu Hause auf mich“, sagte Alessandro und sah Flaminia an, die selbstsicher nickte. Eine kluge Entscheidung, denn das „Schwarze Paket“ enthielt nur 200 Euro. Der finanzielle Erfolg war jedoch nur ein Teil des Abends.

Der eigentliche Triumph lag im kulturellen Bereich, denn sie brachten das ländliche Sardinien – das Land der Werte, Bräuche, der Landwirtschaft und der Familie – ins nationale Hauptprogramm. „Wir sind stolz darauf, aus Sant’Anna zu kommen. Das ist unser Leben, einfach, aber erfüllt“, sagte Alessandro am Ende der Sendung mit derselben Authentizität, die er schon beim Betreten des Studios an den Tag gelegt hatte.

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