Die Ermittlungen zu der mutmaßlichen Verschwörung im Mafia-Stil, die die Staatspolizei im Mai letzten Jahres zur Verhaftung von 22 Personen veranlasste, davon 14 allein in Sassari, sind abgeschlossen.

Eine von mehreren italienischen Staatsanwaltschaften koordinierte Untersuchung erstreckte sich über die gesamte Halbinsel und die Hauptstadt Sassari und zerschlug ein Drogenhandelsnetzwerk, das neben Sassari, Cagliari, Alghero und Olbia auch Städte wie Rom, Florenz, Neapel, Verona, Parma und Turin umfasste. Das Netzwerk wurde mutmaßlich von der Supreme Vikings Confraternity geleitet, die Verbindungen zu nigerianischen Sekten unterhielt. Laut Anklage berichtete die Confraternity an das Mutterhaus in dem westafrikanischen Land und verfügte über mehrere Zweigstellen, darunter eine in Sassari mit dem Namen „Water Side“.

Die Organisation basierte auf einer hierarchisch gestaffelten Struktur, an deren Spitze der Hierarchie der „Henker“ stand, gefolgt vom „Emeretus“ und so weiter. Zu den Mitgliedern zählten Kuriere, Informanten, Kassierer und Händler, deren „Mission“ darin bestand, Heroin und Kokain aus verschiedenen europäischen Ländern – Spanien, Frankreich und den Niederlanden – sowie aus Afrika zu verkaufen. Die Staatsanwälte Gaetano Alberto Porcu und Rita Cariello, die die Ermittlungen leiten, prangern zudem die Vorgehensweise der „Supreme Vikings“ an, die versuchten, nigerianische Landsleute einzuschüchtern, um sie zum Beitritt zur Bruderschaft und damit zum Drogenhandel zu zwingen.

Die sogenannte „Zwangsrekrutierung“ erfolgte durch Gewalt, die auch in der Ausbildung der Anhänger zum Tragen kam. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass mehrere Kilogramm Heroin und Kokain verkauft wurden, insbesondere auf dem Sassari-Platz. Unter den Decknamen „Weiß“, „Schwarz“, „Oben“, „Unten“ und „Weiß-Rote Schuhe“ wurden die Drogen unter anderem in der Via San Donato und den umliegenden Straßen, mitten im historischen Zentrum, erworben. Seit 2018 wurden fast 70 Anklagen gegen die Beschuldigten erhoben. In Sassari werden die Nicht-EU-Bürger von den Anwälten Emiliano Alfonso, Elisabetta Udassi, Carlo Pinna Parpaglia, Francesco Sasso und Giuseppe Onorato vertreten.

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